Hanspeter Heeb läuft auf

ROMANSHORN. Die Romanshorner Schulbürger wollen nichts wissen von einer Zusammenlegung der Sekretariate von Primar- und Sekundarschule. Sie lehnten am Montag einen Antrag von Primarschulpräsident Hanspeter Heeb fast einstimmig ab.

Markus Schoch
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Hanspeter Heeb findet in der Aula Rebsamen kein Gehör bei den Schulbürgern. Diese folgen den Argumenten von Sek-Präsident Walo Bohl. (Bild: Markus Schoch)

Hanspeter Heeb findet in der Aula Rebsamen kein Gehör bei den Schulbürgern. Diese folgen den Argumenten von Sek-Präsident Walo Bohl. (Bild: Markus Schoch)

Primarschulpräsident Hanspeter Heeb hat viel gewagt – und viel verloren. An der Budgetgemeinde der Sek am Montagabend wollte er die Ausgaben für die Verwaltung kürzen, so dass die Behörde gezwungen gewesen wäre, seinen Vorschlag für die Zusammenlegung der Schulsekretariate zu prüfen. Das Grüne Forum war im Mai an der Rechnungsgemeinde mit dem gleichen Anliegen auf anderem Weg bereits hochkant gescheitert. Heeb ging es vorgestern im zweiten Anlauf nicht besser. Gerade einmal zwei der über 120 anwesenden Personen in der Aula Rebsamen unterstützten seinen Antrag.

Der Zeitpunkt ist günstig

Dem Entscheid vorausgegangen war eine längere Diskussion, in der Heeb vergeblich versuchte, die Stimmbürger von den Vorteilen eines gemeinsamen Schulsekretariats zu überzeugen. Die Idee sei nicht vom ihm, sagte er. «Sie wird seit zehn Jahren gewälzt. Jetzt ist der Zeitpunkt günstig, endlich Nägel mit Köpfen zu machen.» Denn im nächsten Jahr werde Sek-Sekretär Benny Studer pensioniert. Der ideale Moment nach Meinung von Heeb, «einen Schritt vorwärts zu machen». Andere Gemeinden wie Weinfelden seien vorausgegangen und hätten gute Erfahrungen gemacht. Das Modell verspreche Synergieeffekte, wodurch in Romanshorn etwa 70 Stellenprozente und damit Kosten gespart werden könnten, ohne dass es Abstriche bei der Qualität gebe.

Unterstützung erhielt Heeb nicht einmal von seinen Kollegen in der Primarschulbehörde. Vizepräsident Daniel Hungerbühler distanzierte sich öffentlich von Heeb, indem er erklärte, dass er und die anderen Vorsteher es mit der Sekundarschulbehörde halten würden, die derzeit nichts wissen wolle von einer Zusammenlegung der Sekretariate. Das gebiete die erweiterte Konkordanz, auf die sich die beiden Behörden geeinigt hätten. Will heissen: Die eine stützt, was die andere beschlossen hat.

«Was erlauben Sie sich»?

Als «Affront» empfand Sek-Sekretär Benny Studer den Hinweis von Heeb, wonach es beim Sek-Sekretariat Probleme mit der Dienstleistungsqualität gebe. «Was erlauben Sie sich, das ist ehrverletzend», meinte Studer, der mit dem Primarschulpräsidenten nach dessen Äusserungen nicht länger per Du sein wollte. Rückendeckung erhielt Studer von einer Mutter und einem Lehrer, der den Service im Sek-Sekretariat lobte.

Die Verwaltungskosten bei der Sek seien bereits heute sehr tief, sagte Sek-Präsident Walo Bohl. Sie seien sogar tiefer als in Weinfelden, was Heeb aber nicht gelten lassen wollte. Die von Bohl präsentierten Zahlen seien «nicht aussagekräftig», da sie nicht die tatsächlichen Ausgaben widerspiegeln würden.

Die Sek will an einem eigenen Sekretariat festhalten, weil sie einen guten Service bieten möchte, die heutige Zusammenarbeit mit der Schulleitung optimal funktioniert und beide vor Ort sein müssen. Änderungen will sie sich nicht grundsätzlich verschliessen. Sie möchte sich dafür aber Zeit nehmen und die Bevölkerung ins Boot holen.