HALDEN: Einwohner geben nicht auf

Die Dorfbevölkerung erteilt den beiden Vorschlägen zur Sanierung der Haldenstrasse eine Absage. Mittels Petition wird der Stadtrat Bischofszell ersucht, die alte Linienführung wiederherzustellen.

Georg Stelzner
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Der rutschende Hang ist abgedeckt, für Personen- und Lastwagen gibt es hier kein Weiterkommen mehr. (Bild: Andrea Stalder)

Der rutschende Hang ist abgedeckt, für Personen- und Lastwagen gibt es hier kein Weiterkommen mehr. (Bild: Andrea Stalder)

Georg Stelzner

georg.stelzner@thurgauerzeitung.ch

Rund 250 Einwohner zählt das zur Stadtgemeinde Bischofszell gehörende Dorf Halden. Auch wenn nicht alle 117 Personen, welche die Petition unterzeichnet haben, dort wohnen, so ist die Zahl jener, die mit den Vorschlägen des Stadtrates unzufrieden sind, doch bemerkenswert hoch. Er sei von dieser Opposition nicht überrascht, habe jedoch nicht mit einer Petition gerechnet, sagt Stadtpräsident Thomas Weingart. Nun drängt die Zeit, die entscheidende Gemeindeversammlung rückt immer näher. Am Dienstag nach Pfingsten wird der Stadtrat den nächsten Versuch unternehmen, seine Kritiker bei einem Treffen zu überzeugen.

Die Petitionäre plädieren dafür, eine Lösung zu realisieren, bei der die bisherige Linienführung der Haldenstrasse im Bereich des Hangrutsches beibe­halten wird. Dies ungeachtet des Umstandes, dass der Stadtrat diese Variante als zu teuer und zu wenig dauerhaft ablehnt. Der Stadtrat schlägt vor, entweder eine neue Strasse (Variante Waldwis) zu errichten oder die Oberhaldenstrasse ab der Kreuzung in Hackborn bis zur Einmündung in die Dorfstrasse zu sanieren. «Ziel muss eine nachhaltige Lösung sein», betont die Behörde. Bau­liche und finanzielle Risiken für die nächste Generation seien zu vermeiden. Die Position des Stadtrates ist klar: «Man muss die heutigen Gegebenheiten akzeptieren und das Beste daraus machen.» Für den Langsamverkehr soll die neuralgische Passage gefahrlos passierbar bleiben.

Die Unterzeichner der Petition stossen sich daran, dass Halden von Bischofszell her nicht mehr direkt erreichbar wäre, sollte eine der beiden vom Stadtrat vorgeschlagenen Varianten umgesetzt werden. Kritisiert werden auch der Verlust von Kulturland und Wald, der Eingriff in ein Naturschutzgebiet (Waldwis) sowie die zu erwartenden negativen Auswirkungen auf den Schulweg.

Neuer Vorschlag für den Bau einer Brücke

Der Stadtrat zeigt zwar Verständnis für die in Halden geäusserten Einwände, gibt aber auch zu bedenken, dass eine Behörde möglichst viele Kriterien berücksichtigen und gewichten müsse. Dies stehe im Gegensatz zur Neigung Betroffener, ein einziges Argument besonders stark zu betonen und anderes zu vernachlässigen.

Dem von einigen Petitio- nären aufs Tapet gebrachten Wunsch, ein alternatives Brückenbauwerk entlang der heutigen Strasse ebenfalls zu prüfen, begegnet der Stadtrat mit grosser Skepsis. Er verweist auf die hohen finanziellen Risiken und die offene Frage der technischen Realisierbarkeit. Sollte an der Gemeindeversammlung ein entsprechender Antrag gestellt werden, liesse ihn der Stadtpräsident zu. «Wenn das Stimmvolk den Antrag für erheblich erklären würde, dann müsste der Stadtrat innerhalb eines Jahres Bericht erstatten», führt Weingart aus.

Mitte Juni werden die Stimmberechtigten aufgerufen, an der Gemeindeversammlung die Weichen zu stellen: Zunächst haben sie den Grundsatzentscheid zu fällen, dann jenen bezüglich der Variante. Erst danach soll der siegreiche Vorschlag im Detail ausgearbeitet werden. Über die Sanierung des bestehenden Strassenabschnitts kann nicht abgestimmt werden, da ein solches Geschäft nicht traktandiert ist.

Gemeindeversammlung

Mittwoch, 14. Juni, 19.30 Uhr;

Bitzihalle in Bischofszell.