Hagenwiler Frühlingserwachen

Randnotiz

Daniela Angehrn
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Beim täglichen Spaziergang durch das frühlingshafte Hagenwil kann man so einiges beobachten. Mir ist dabei aufgefallen, dass das Dorf einem grossen Garten ähnelt.

Als Erstes erwacht das Schneeglöckchen aus dem Winterschlaf. Der Herr Nachbar, der noch im Wintermantel seinen Grill reinigt, um bereit zu sein, wenn die ersten warmen Tage anklopfen. Dann kommen sie nach und nach zum Vorschein, die anderen Blumen – ähm, ich meine Hagenwilerinnen und Hagenwiler. Gartenmöbel werden aufgestellt, gereinigt und stolz die neuen Gartenstühle vorgeführt. Die neuen Möbel locken prompt umherschwirrende Nachbarn an, die sich gerne zu einem Kaffee in den neuen Stühlen einladen lassen.

Eine Nachbarin glänzt am ersten sonnigen Tag mit neuer farbiger Haarpracht – stolz wie eine Primel. Endlich müssen die jugendlichen Strähnchen nicht mehr unter der Mütze versteckt werden. Und während die Vögel in den Hecken zwitschern, werden endlich wieder Gerüchte am Gartenzaun ausgetauscht. Während der Winterzeit ist ja bestimmt hinter jeder Hagenwiler Haustüre etwas Spannendes geschehen.

Meine Rolle in diesem Szenario? Ich bin dann wohl die streunende Katze, die unbemerkt alles im Blick hat.

Daniela Angehrn