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HAGENWIL: Die Masseneinwanderung des Florian Rexer

Sein «Götti» hat bereits für Furore gesorgt. Kurz vor Weihnachten präsentiert der Thurgauer Schauspieler im Schloss nun den vierten Teil der Trilogie. Auf die Schippe nimmt er vor allem sich selber.
Florian Rexer bezieht das Publikum ein. (Bild: Georg Stelzner)

Florian Rexer bezieht das Publikum ein. (Bild: Georg Stelzner)

Ist er nun ein Schauspieler? Ein Comedian? Ein Kabarettist oder ein Unterhalter? Kaum etwas fällt so schwer, wie Florian Rexer einzuordnen. Er verlässt das Genre, in dem er sich gerade bewegt nach Lust und Laune, überschreitet Grenzen und tut das so gut, dass jeder gerne mitgeht. So prägt diese Flexibilität denn auch das jüngste Programm, mit dem er sein Publikum kurz vor Weihnachten im Schloss Hagenwil überraschte. Den vierten Teil seiner Götti-Trilogie werde er nun zeigen, kündigte Rexer an und sorgte damit bereits für das erste Schmunzeln beim Publikum.

In einem unglaublichen Tempo folgen kleine Frechheiten, tiefsinnige Betrachtungen und immer wieder kleine, liebevoll-kritische Seitenhiebe auf sich selber, auf seine Beziehung zur neuen Heimat Schweiz, seine eigenen Körpermasse, die er als Masseneinwanderung deklariert und auf seine Kindheitserlebnisse in Tuttlingen.

Schon fast eine kleine Werbeshow

Die unglaubliche Wandlungsfähigkeit, die Florian Rexer an diesem Abend zeigt, könnte schon fast als kleine Werbeshow für das Rexersche Entertainment durchgehen. Ein weisser Schal um den Hals, ein Jackett und eine weisse Katze auf dem Arm machen aus dem kecken Moderator eine Figur aus der Mafia-Szene. Das vorgeschobene Kinn, die weinerliche, leise Stimme und der herausfordernde Blick machen den Paten alias Götti perfekt. Und als Götti kennt Florian Rexer auch kein Pardon mit seinem Publikum. Er drückt seine geliebte Katze dem Finanzfachmann Patrick in die Hand und verbindet es mit einigen frechen Anzüglichkeiten.

Oder er holt sich die junge Priska auf die Bühne, führt sie in den Cha-cha-cha ein und fühlt ihr auf den Zahn, ohne sie jedoch in einer Form bloss zu stellen. Der fast schon intime Rahmen im Mostkeller des Schlosses Hagenwil lässt zu, dass Florian Rexer mit dem Publikum spielt und es in seine Show einbezieht.

Einbezogen in das Programm des Wahlthurgauers ist auch dessen einstige, schwäbische Heimat. Schlossherr Andi Angehrn setzt in der Pause kulinarisch auf das Angebot des nördlichen Nachbarn, präsentiert deren typische Küche als kleine Häppchen. Und so werden sich die Besucher bei Maultaschen, Käsespätzle und Zwiebelrostbraten einig: Florian Rexer ist einmalig, ist witzig und unterhaltsam. Und es drängt sich die Frage auf, wann denn der fünfte Teil der Trilogie zu sehen sein wird.

Rita Kohn

rita.kohn

@thurgauerzeitung.ch

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