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HAGENWIL: Der Lift-Schüler ist kein Selbstläufer

Beim Businesslunch des Gewerbevereins Amriswil informierte Schulleiter Hans-Ulrich Giger über das Lift-Projekt und die gesammelten Erfahrungen.
Rita Kohn
Schulleiter Hans-Ulrich Giger zog in seinem Referat Bilanz zum Projekt Lift. (Bild: Rita Kohn)

Schulleiter Hans-Ulrich Giger zog in seinem Referat Bilanz zum Projekt Lift. (Bild: Rita Kohn)

Frühzeitig erkennen, wenn Jugendliche Probleme bekommen könnten, sich in die Arbeitswelt zu integrieren, ist unter anderem Ziel des Projektes «Lift». Schule und Gewerbe bieten gemeinsam eine Möglichkeit, betroffene Schülerinnen und Schüler möglichst früh zu fördern. Hans-­Ulrich Giger, Schulleiter an der Sekundarschule Grenzstrasse, sprach beim Businesslunch des Gewerbevereins in Hagenwil über das Projekt und die bisherigen Erfahrungen damit. Zunächst wies er aber darauf hin, dass Liftschüler nicht unbedingt Kinder aus schwierigen Verhältnissen sind. Es sind Jugendliche, die sich deshalb sehr schwer tun damit, einen möglichen Lehrmeister von sich zu überzeugen.

Die Zahlen, die Hans-Ulrich Giger vorlegte, waren eindrücklich. Besonders der Hinweis, dass von den Top 200 des Berufsnachwuchses eine Grosszahl der ­Jugendlichen einen mässigen Schulabschluss haben, liess die anwesenden Gewerbevertreter aufhorchen. Die Statistik ist laut Giger ein Beweis dafür, dass sich eine Förderung lohnt, da sich selbst schwächere Jugendliche zu ausgezeichneten Berufsleuten entwickeln können. Vor allem vor dem Hintergrund, dass es Handwerksbetrieben teilweise schwer fällt, neue Berufsleute zu rekrutieren, zeigt sich hier ein grösseres Potenzial.

Seit zehn Jahren im Einsatz

Neu ist das Lift-Projekt nicht mehr. Vor zehn Jahren wurde es ins Leben gerufen, zunächst mit nur sehr wenigen beteiligten Schulen. Heute zieht sich «Lift» als ein Projekt quer durch die Schweiz und kommt an 191 Standorten zum Einsatz. Die Schule Amriswil gehört zu den Beteiligten, die sich schon früh zu einer Teilnahme entschlossen. Schon vor Jahren hat sich die Schule zum Ziel gesetzt, dass es keinen Schulabgänger ohne weiterführende Lösung geben soll.

Nicht immer läuft das Lift-Projekt für die Teilnehmenden reibungslos. «Der Lift-Schüler ist kein Selbstläufer», hält Hans-Ulrich Giger in seinem Referat fest. Manche brechen das Projekt ab, andere gehen gar nicht hin. Doch die Mehrheit der Betroffenen profitiert davon. Auch für die Gewerbetreibenden, die die Wochenarbeitsplätze für die Lift-Schüler anbieten, bleiben ein paar Fragen offen. So klagt etwa einer der Unternehmer, der Stundentarif, den die Lift-Schüler bekommen würden, sei teilweise höher als ein Lehrlingsgehalt. Hier werde die Verhältnismässigkeit nicht gewahrt. Giger zeigte Verständnis, wies aber darauf hin, dass der Stundenlohn ein wichtiger Motivationsfaktor sei.

Rita Kohn

rita.kohn@thurgauerzeitung.ch

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