Hafenglöggli verwahrlost

Seit mehreren Jahren wohne ich als Egnacher Bürger zwar im Kanton Zürich, kehre aber gerne in die Ostschweiz und an den Bodensee zurück. Wenn ich die Gelegenheit dazu habe, dann zeige ich voller Stolz die Region meinen Freunden fernab Mostindiens, sprich aus den Kantonen Zürich und Aargau.

Lukas Züllig 8165 Oberweningen
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Seit mehreren Jahren wohne ich als Egnacher Bürger zwar im Kanton Zürich, kehre aber gerne in die Ostschweiz und an den Bodensee zurück. Wenn ich die Gelegenheit dazu habe, dann zeige ich voller Stolz die Region meinen Freunden fernab Mostindiens, sprich aus den Kantonen Zürich und Aargau. Letzthin verbrachten wir eine ganze Woche am See, unternahmen Ausflüge und waren auch Passagiere auf einem der zahlreichen Ausflugsschiffe. Die Tour führte uns von Romanshorn über Rorschach nach Lindau, weiter nach Friedrichshafen und via Meersburg wieder zurück zum Ausgangspunkt. Die Sonne, das feine deutsche Bier in den unzähligen freundlichen deutschen Restaurants an den prächtigen Seepromenaden und die leichten Wellen machten uns bei der Rückkehr wohl müde, aber eines konnte uns auch kurz vor dem Einnicken auf der MS St. Gallen nicht entgehen, als wir in den Hafen von Romanshorn zurückkamen.

Das Romanshorner Hafenglöggli war für mich schon im Kindesalter Inbild von Romanshorn, quasi der Begrüssungsanker bei jeder Einfahrt in den Hafen. Doch beim Anblick letzte Woche traute ich meinen Augen nicht. Das Hafenglöggli stand ziemlich verwahrlost und einsam da. Nicht einmal die hohen unkrautähnlichen Pflanzen rundherum schienen kürzlich Gartenpflege erhalten zu haben. Nach der farbenfrohen Kulisse am deutschen Ufer waren auch meine Begleiter enttäuscht über das magere Erscheinungsbild von Romanshorn.

Der erste Eindruck der Stadt fiel also definitiv ins Wasser und ist bislang noch nicht wieder aufgetaucht. Es sind ja die kleinen Dinge, die grosse Wirkung bringen. Drum etwas Jäten, das Unkraut durch etwas schöne Blumen ersetzen – und schon wird die Hafenstadt Romanshorn auch andernorts in der Schweiz in positiver Erinnerung bleiben.

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