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Häuser aus Beton und Papier

UTTWIL. Fredy Iseli hat ein erstes Haus mit seinen neuartigen Betonwaben gebaut. Die Montage dauerte gerade einmal vier Tage. Wand- und Deckenelemente produziert der Uttwiler Architekt künftig in Deutschland in Sigmaringen.
Markus Schoch
Zwei Männer haben das Musterhaus innerhalb von wenigen Tagen aufgebaut. (Bilder: pd)

Zwei Männer haben das Musterhaus innerhalb von wenigen Tagen aufgebaut. (Bilder: pd)

Häuser zu bauen soll künftig so einfach sein wie mit Lego zu spielen. Das jedenfalls verspricht Fredy Iseli. Seine Bausteine im Stecksystem sind die sogenannten Ecocell-Waben aus Recycling-Papier, das mit Zement beschichtet ist. Der Baukasten des Uttwiler Architekten besteht im wesentlichen aus drei Elementen, die leicht, statisch stark belastbar und gleichzeitig gut isolierend sind. Die Beschränkung auf wenige Module soll die Produktions- und damit die Baukosten tief halten. «Es ist kinderleicht und geht ganz schnell», behauptet Iseli.

Erst der Anfang

Was in der Theorie gut tönt, ist es auch in der Praxis, zumindest was die Montage anbelangt. Iseli hat kurz vor Weihnachten ein erstes Haus in St. Margrethen innerhalb von vier Tagen aufgestellt. «Es ist super gelaufen, obwohl es an einem Tag stark geregnet hat.» Die Produktion von Wand-, Decken- und Dach-Elementen dauerte gerade einmal zwei Wochen. Das Fundament war im voraus gegossen worden. Einen Keller gibt es nicht.

Dem Musterhaus im Rheintal sollen weitere in der ganzen Schweiz folgen – sicher zunächst drei weitere in der unmittelbaren Nachbarschaft. In Uttwil ist ebenfalls eine Überbauung geplant, für die Iseli auch schon eine Baubewilligung hat. Entstehen sollen dort zweimal vier Reihenhäuser, sogenannte Single Flats für eine oder zwei Personen. Hier wie dort setzt Iseli auf Sonnenenergie. In Uttwil werden nicht nur wie in St. Margrethen die Dächer mit Panelen einer Photovoltaikanlage bestückt, sondern auch die Wände.

Visualisierung der Häuser in St. Margrethen im Endausbau.

Visualisierung der Häuser in St. Margrethen im Endausbau.

Zu jedem Haus ein Auto

Mit dem Strom wird unter anderem die Batterie eines Elektroautos geladen, das zu jedem Haus dazugehört. Es ist im Mietpreis inbegriffen. Kaufen kann man die sogenannten Eco-Solar-Häuser nicht. «Wir behalten sie in unserem Besitz», sagt Iseli. Als Investoren möchte er private und institutionelle Anleger gewinnen. «Es haben bereits erste Gespräche stattgefunden im Zusammenhang mit dem Bau einer Seniorenresidenz», sagt Iseli. Auch mit staatlichen Stellen in der Schweiz und in Deutschland ist er in Kontakt. Dabei geht es um Unterkünfte für Flüchtlinge. Bereits beschlossen ist, die Produktion von Sulgen nach Sigmaringen zu verlagern. In Deutschland erhält er Kredit von den Banken, in der Schweiz nicht.

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