H2Art will feste Institution werden

Die H2Art als Kunstereignis am See soll keine Eintagsfliege bleiben: Die Trägerschaft plant im nächsten Jahr eine Neuauflage – auf eigenständiger Schiene.

Max Eichenberger
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Anziehende Kunst: Enten bemächtigen sich des Flügel-Flosses. (Bild: Max Eichenberger)

Anziehende Kunst: Enten bemächtigen sich des Flügel-Flosses. (Bild: Max Eichenberger)

Wieder mit Installationen und Aktionen am und im Wasser – vor allem noch stärker im und mit dem Wasser: Die Kulisse an der Arboner Bucht böte sich dafür prächtig an, sei inspirierend für Künstler gleichermassen wie Publikum, das hier sozusagen en passant zur sinnlichen Auseinandersetzung mit den Objekten eingeladen wird.

Mit Premiere hochzufrieden

«Dem dreiwöchigen Kunstereignis war ein unerwartet grosser Erfolg beschieden», fühlen sich Rainer Bolliger und Stefan Philippi,

zusammen mit Marc Moser, dem personifizierten Ursprung der Idee, die treibenden Kräfte hinter dem Projekt, bestätigt und motiviert für eine Neuauflage. Schon wieder voller Ideen.

«Auf gute Art berührt»

«Die Kunstwerke und künstlerischen Aktionen haben die Leute auf eine gute Art berührt. Wir haben, das zeigt uns die Resonanz, viele Leute abholen können mit dem, was wir geboten haben.»

Da tut es auch nichts zur Sache, dass der Riesenlöffel ein paar Dolen abbekommen hat. «Kinder standen drin, Erwachsene haben rumgeturnt. Man ist nicht vorbeigelaufen, hat sich mit den Objekten und Installationen auch physisch auseinandergesetzt.» Für die H2Art stand sinnbildlich der auf der Wasseroberfläche «schwimmende» Flügel, ein Bild der Poesie, schwärmt Philippi.

Kunst zum Publikum bringen

Von Anfang an sei klar gewesen, dass sich die H2Art «als eine feste Institution in Arbon etablieren sol» – immer gut für Neues und Überraschendes. «Wir wollen lebendig und flexibel bleiben», bei unverändertem Grundkonzept: «Die Kunst geht zum Publikum hin.» Das könne später durchaus einmal ein anderer Ort sein: das Schwimmbad, der alte Waschplatz vielleicht. Die H2Art wollen die Macher nicht auf ewig bei der Kastanienallee fest installiert sehen. Und auch zeitlich müsse es nicht immer der Frühherbst sein.

«Warum nicht einmal im Winter mit Eis?», sinniert Philippi.

Verstärkt will man auf pfiffige Aktionen setzen und auch das Publikum mit Workshops weiterhin einbeziehen. Der Bau von Grönland-Kajaks könnte zum Beispiel einer sein. Eine Ideenbörse für 2010 wird bald über eine Ausschreibung lanciert.

Von Kulturtagen emanzipieren

Gegenüber den Kulturtagen will man künftig eigenständig auftreten. Bolliger: «Das Baby hat laufen gelernt. H2Art ist jetzt eine neue, eigene Geschichte.

» Gegen Synergien, wo sie sich ergeben, verschliesse man sich aber nicht.