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GÜTTINGEN: Wohnen wo andere Ferien machen

Ein Ehepaar lebt seit einem halben Jahr in einem Häuschen am See. Das passt nicht allen in der ­Gemeinde. Ein Umnutzungsgesuch für die Liegenschaft soll nun Klarheit schaffen.
Martina Eggenberger Lenz
Dieses Ferienhaus wird als dauerhafter Wohnsitz genutzt. (Bild: Martina Eggenberger)

Dieses Ferienhaus wird als dauerhafter Wohnsitz genutzt. (Bild: Martina Eggenberger)

Die kleinen Ferienhäuser am See sind wahre Bijous, selbst im Winterschlaf. Momentan sind die Grundstücke verwaist und die Fensterläden geschlossen. Die Areale sind aufgeräumt. Ein Feriendomizil tanzt allerdings aus der Reihe: Es steht ein Auto in der Einfahrt, der Briefkasten ist angeschrieben. Die Liegenschaft ist offensichtlich bewohnt. Dass dem so ist, daraus macht auch niemand ein Geheimnis. Ein Ehepaar ist vor rund einem halben Jahr zugezogen. Es lebt offiziell in dem nur wenige Quadratmeter grossen Holzhaus.

Kanton muss das Gesuch prüfen

Die Gemeinde hätte diesen Zustand wohl geduldet. «Aber es hat Reklamationen aus der Bevölkerung gegeben», bestätigt Gemeindepräsident Urs Rutishauser auf Anfrage. Die neuen Eigentümer nutzen nicht nur das Häuschen an sich. Sie haben auch einen Wohnwagen auf dem Grundstück abgestellt, an diesen einen Vorbau befestigt, einen Schopf und einen Holzunterstand geplant. Daher hat die Gemeinde die Besitzer nun aufgefordert, ein Baugesuch einzureichen. In diesem geht es um die Umnutzung der als Ferienhaus konzipierten Liegenschaft zu einem Wohnhaus. Das Ferienhäuschen in der zweiten Reihe befindet sich wie die anderen auch in der Landwirtschaftszone. Daher muss der Kanton, genauer das Amt für Raumentwicklung, über das Baugesuch befinden. Dieses wird gestützt auf das Raumplanungsgesetz prüfen, ob die Bauten oder die Umnutzung zonenkonform und möglich ist. Die Ferienhäuser am See wurden zumeist vor 1972 erstellt und natürlich nie landwirtschaftlich genutzt. «Damals wurde noch nicht zwischen Baugebiet und Nicht-Bauzone unterschieden», wie Matthias Gredig, Leiter der Abteilung Ortsplanung, erklärt. Für sie gelte grundsätzlich Bestandesschutz. Inwieweit auch eine Veränderungsmöglichkeit bestehe, müsse von Fall zu Fall geklärt werden.
Die betroffenen Eigentümer wollten keine Stellung nehmen, solange die Situation nicht geklärt ist. Dem Vernehmen nach haben sie das Anwesen im Glauben gekauft, es als Wohngrundstück nutzen zu können und auch einen entsprechenden Preis dafür bezahlt. Wenn der Kanton ihr Gesuch nicht genehmigt, was viele in Güttingen vermuten, dann wäre das für das Paar bitter.

Gemeinde befürchtet Präjudiz

Die Gemeinde befürchtet ihrerseits, es würde mit einer Bewilligung Präjudiz für die anderen Ferienhäuser geschaffen. Auch auf anderen Parzellen stehen zum Teil Einrichtungen, die einigen ein Dorn im Auge sind. Gleich neben der Badi hat es zum Beispiel Grundstücke, auf denen ebenfalls Wohnwagen abgestellt sind. Diese müssten im Winter eigentlich weg, stehen aktuell jedoch ganzjährig dort.
Auf Grund der Reaktionen im Vorfeld rechnet der Gemeinderat mit Einsprachen. Über diese wird er dann auf Grund des Entscheides des Kantons urteilen müssen. Das Baugesuch liegt noch bis zum 28. Februar öffentlich auf.

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