Güttingen rüstet sich für die Zukunft

Ein Glasfasernetz, mehrere Verkabelungen und eine neue Brücke: Die Gemeinde Güttingen investiert in die Infrastruktur. Die 116 Anwesenden an der Versammlung stimmten der Marschrichtung mit den Krediten mehrheitlich zu. Es gab aber auch mahnende Stimmen.

Hana Mauder Wick
Drucken
Teilen
Die Brücke Baslerhofstrasse weist Mängel auf. (Bild: Hana Mauder Wick)

Die Brücke Baslerhofstrasse weist Mängel auf. (Bild: Hana Mauder Wick)

GÜTTINGEN. Ein dick geschnürtes Paket an Sachgeschäften lag bei der Gemeindeversammlung am Donnerstag in der Rotewis auf dem Tisch. Den Start machte der Glasfaseranschluss. Die Behörden hatten mehrfach informiert. «Heute gilt es, die Stossrichtung festzulegen», erklärte Gemeindepräsident Urs Rutishauser. Die Bevölkerung entschied sich für die Variante «Fiber to the home» mit avisierten Gemeinde-Anteilskosten von 1,9 Millionen Franken. Eine Refinanzierung soll über Anschlussgebühren und Mieteinnahmen durch Fremdnutzer erfolgen. Kritische Stimmen stellten die Frage nach der Umsetzbarkeit der Refinanzierung. Exakte Kalkulationen sollen im Mai folgen.

Gemeinde nutzt Gelegenheit

Der Kanton saniert nächstes Jahr die Hauptstrasse vom Kreisel beim Volg bis gut 150 Meter westlich des Restaurants Seemöwe. Die Kosten für die Belagsarbeiten trägt der Kanton. Güttingen nutzt die Gelegenheit und will Werkleitungen ersetzen. 1,2 Millionen Franken sind dafür veranschlagt. Der Fussgängerstreifen beim «Ochsen» wird mit einer Mittelinsel aufgewertet. Bei der «Seemöwe» plant der Kanton einen Fussgängerübergang mit Insel und Pförtneranlage. Mehrere Votanten sprachen die noch nicht optimal gelöste Positionierung des Fussgängerstreifens an. «Die Verhandlungen mit den Anstössern gestalten sich anspruchsvoll», begründete Rutishauser. Die Versammlung gab grünes Licht. Ebenso für das Kreditbegehren von 91 000 Franken für die Niederspannungsverkabelung zwischen den Verteilkabinen Volg, alte Turnhalle und Schulweg.

Ein Kredit von 191 000 Franken wird für die mittlerweile marode Hoch- und Niederspannungsverkabelung Moos bis Feldhof benötigt. «Das sind Ausgaben, die gemacht werden müssen», sagte Gemeinderat Markus Weber.

Die Brücke Baslerhofstrasse wird erneuert. Sie ist schon länger in einem schlechten Zustand. Um einige Meter versetzt entsteht ein Neubau. Während der Bauphase bleibt die alte Brücke in Betrieb und wird anschliessend zurückgebaut. Im Zuge der Bauarbeiten wird ein Unterflurcontainer positioniert. Auch diesem Kredit von 530 000 Franken stimmte die Versammlung zu.

Ein delikates Thema stand mit dem «Einkauf Aufbahrungsgebäude Münsterlingen» zur Diskussion. Die Abdankungshalle Güttingen ist in die Tage gekommen. Der Katafalk kühlt im Sommer nicht mehr zuverlässig, und seine Dimensionen entsprechen oft nicht den anatomischen Eigenschaften der Verstorbenen. Die Umrüstung der Anlage würde rund 60 000 Franken kosten. Trotzdem: Das Für und Wider widerspiegelte vor allem den emotionalen Aspekt. Die Bürger stimmten schliesslich für den Einkauf in das Aufbahrungsgebäude Münsterlingen für 72 500 Franken.

Der Steuerfuss bleibt gleich

Zwischen all den anspruchsvollen Fragen, Daten und Zahlen schimmerte immer wieder ein Aspekt durch: Die Investition in die Zukunft kostet. «Habt ihr mal zusammengerechnet, wie viele Millionen wir an den letzten drei Versammlungen an Krediten bewilligt haben?», drückte ein Votant seine Sorgen aus. Das Budget 2016 rechnet mit einem Defizit von rund 232 000 Franken. Der Steuerfuss bleibt bei 57 Prozentpunkten. Mit einem Ja für eine Reglementsanpassung des Feuerwehrzweckverbandes Altnau-Güttingen war die Versammlung zu Ende.