GÜTTINGEN: Lounge-Initianten kapitulieren

Petitionäre erreichen ihr Ziel: Die Jungunternehmer ziehen ihr Baugesuch für eine Bar auf dem Badeplatz zurück.

Annina.flaig@thurgauerzeitung.ch
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«Unsere Beach-Bar hätte das Dorf bereichern sollen», sagt Marc Azzali. Er ist einer der beiden Jungunternehmer hinter der Firma Prioma. Diese hatte ein Projekt für eine Seebar mit Lounge vorgestellt und ein Baugesuch eingereicht. Die Bereicherung wird in Güttingen in dieser Form aber nicht gewünscht: Gegen die Badi-Gastronomie regte sich massiver Widerstand. Die eigens zu diesem Zweck gegründete Interessengemeinschaft naturnahe Badi rund um Werner Nater hat eine Petition lanciert und 436 Unterschriften gesammelt. Die Gegner forderten, dass auf den Bau verzichtet wird (unsere Zeitung berichtete).

«Die Gegner haben die Fakten verdreht»

Die Petitionäre haben ihr Ziel erreicht. Gemeindepräsident Urs Rutishauser hat am Dienstag die beiden Jungunternehmer über die gesammelten Unterschriften sowie mehrere eingegangene Einsprachen informiert. Daraufhin haben diese ihr Baugesuch zurückgezogen. «Wir wollen uns nicht aufzwingen», so Azzali. Der gebürtige Güttinger kennt fast jeden im Dorf. Die massive Gegenwehr hat ihn deshalb erstaunt. Enttäuscht sei er nicht. «Jungunternehmer müssen Rückschläge einstecken können», sagt er nur. Der 28-Jährige möchte sich mit seinem 27-jährigen Geschäftspartner aus Langrickenbach irgendwann auf die Suche nach einem anderen Platz für die Seebar machen. Schade finde er, dass die Gegner einige Fakten völlig verdreht und verzerrt hätten. «Plötzlich war von Lärm und Mehrverkehr die Rede. Dabei hätte es eine kleine feine Sache werden sollen.»

Auch Urs Rutishauser ist von der massiven Gegenwehr überrascht. Es habe aber auch positive Reaktionen gegeben. «Viele haben sich gefreut, dass in der Badi eine Verpflegungsmöglichkeit entstehen soll.» Der Gemeinderat möchte die Zusammenarbeit mit den Jungunternehmern nun übrigens auf einem anderen Weg versuchen : Er gab ihnen die Organisation für die 1.-August-Feier in Auftrag. Annina Flaig

annina.flaig@thurgauerzeitung.ch