GÜTTINGEN: Ein Lebewohl nach 29 Jahren

Mit drei Gottesdiensten in Münsterlingen, Altnau und Güttingen verabschiedete sich Pfarrer Erich Häring als leitender Priester des Pastoralraums – und die Gemeinde von ihm.

Manuela Olgiati
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Erich Häring bei seiner Abschiedspredigt in Güttingen. (Bild: mao)

Erich Häring bei seiner Abschiedspredigt in Güttingen. (Bild: mao)

Mit einem fairen Fussballspieler verglich Seelsorger Matthias Loretan die Arbeit von Pfarrer Erich Häring. Er habe es verstanden, vom Spielfeldrand aus ruhig und gekonnt die Bälle zuzuspielen und sich immer wieder neuen Situationen zu stellen. Als wacher Zeitgenosse habe er im Bewusstsein der Kirchbürger gehandelt und sich einen Platz in den Herzen der Menschen geschaffen.

Das Alter mache es ihm deutlich

Es war im Juli 1988, als Pfarrer Erich Häring das Pfarrhaus in Güttingen bezogen hatte und feierlich in sein Amt eingesetzt wurde. Am vergangenen Sonntag beim Abschiedsgottesdienst war die paritätische Kirche Güttingen gut gefüllt. Auch in Münsterlingen und Altnau hat er sich im Rahmen eines Gottesdienstes verabschiedet. Viele Besucher waren gekommen, um ihrem Pfarrer Lebewohl zu sagen. Das Alter mache es ihm deutlich, dass es Zeit sei, die Arbeit zu beenden, sagte Pfarrer Erich Häring. Mit Geschenken, Applaus und Dankesworten wurde die Feier am Sonntagmorgen in der Kirche gestaltet. Die Instrumentalisten knüpften ein emotionales und musikalisches Band mit Mozart-Literatur aus der «Zauberflöte». «Mit Opern verbinde ich einen stark machenden Glauben», sagte Erich Häring. Der Pfarrer habe im Seelsorgeverband Altnau-Güttingen-Münsterlingen viel bewegt, sagte dessen Präsidentin Brigitta Rölli. Sie sprach beim feierlichen Gottesdienst vom Zeitgeist und einem sich Öffnen für notwendige Veränderungen der Kirche. Der Pfarrer habe dies mitgetragen.

Für Jugendliche und Senioren hatte Erich Häring stets ein offenes Ohr. Insgesamt 45 Jahre lang, seit 1972 ,stand er mit verschiedenen Aufgaben im Dienst der katholischen Kirche. 29 Jahre war Erich Häring im Raum Altnau als Pfarrer tätig. Von 1994 bis 2004 war er ausserdem Mitglied im katholischen Kirchenrat.

Geduldig wachsen lassen und vertrauen

In seiner Predigt sprach Pfarrer Häring vom Gleichnis des giftigen Tollkrautes und dem guten Weizen. In den Fragen der Bauern nach Gut und Böse finde sich jeder Einzelne wieder. Man müsse sich nur in die Bauern einfühlen können. Es sei sinnbildlich gesehen nötig, beide Kräuter bis zur Ernte geduldig wachsen zu lassen und auf die Kraft des guten Samens zu vertrauen. Von der Akzeptanz, einem freundschaftlichen Miteinander und einer wachsenden Zukunft sprach der Pfarrer innerhalb des Seelsorgeteams des Pastoralraumes. Und er dankte speziell den Sakristaninnen für die wertvolle Mitarbeit.

Den Abschiedsgottesdienst wollte man auf Wunsch des scheidenden Pfarrers in kleinem Rahmen feiern. Alle begaben sich danach zum gemütlichen Apéro.

Manuela Olgiati

kreuzlingen@thurgauerzeitung.ch