GÜTTINGEN: Den Einwohnern stinkt’s

An der Gemeindeversammlung beschwerten sich einige Stimmbürger über Geruchsemissionen der Firma Bruag. Sie klagten über Beschwerden der Atemwege.

Barbara Hettich
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Barbara Hettich

kreuzlingen

@thurgauerzeitung.ch

«Das ist ein undefinierbarer Brandgeruch, vor dem möchte man einfach nur fliehen», beschreibt ein Stimmbürger die Geruchsbelästigung. «Wenn eine Geruchsschwade daher kommt, dann bin ich am Husten und bekomme geschwollene Mandeln», sagt ein Landwirt, und eine Stimmbürgerin meint: «Wir können auch nachts die Fenster nicht offen lassen, sonst sind wir am Husten.» In Güttingen bangen viele Einwohner um ihre Gesundheit und brachten dies an der Gemeindeversammlung am Dienstag unter dem Traktandum Verschiedenes zum Ausdruck.

Verursacher dieser Geruchsemissionen ist die Firma Bruag an der Bahnhofstrasse. Sie schneidet mit Laser Span- und Cellonplatten zu. Der Gemeinderat kennt das Geruchsproblem, er sei nicht untätig gewesen, versicherte Gemeindepräsident Urs Rutishauser. Nach Interventionen beim Kanton habe das Amt für Umwelt Messungen vorgenommen. Das Resultat: alles im grünen Bereich. Man habe ihm nun versprochen, dass die nächste Messung statt 2019 bereits Ende 2017 durchgeführt werde. Damit wollen sich die Dorfbewohner allerdings nicht zufrieden geben. Die Forderung nach einer Zweitmessung eines unabhängigen Labors wurde laut. Rutishauser versprach, er werde mit dem Kanton erneut Kontakt aufnehmen und weitere Schritte einleiten.

Kreditanträge und Rechnung gutgeheissen

Diskussionslos und einstimmig genehmigten die 70 Stimmberechtigten die Rechnung 2016. Sie schliesst mit einem Gewinn von 26497 Franken. Dieser wird dem Eigenkapital zugeführt. Ebenso passierten die Kreditanträge für die Sanierung der Mittelspannungsanlage Messstation Güttingen Dorf über 320000 Franken und die Sanierung der Sonnenbergstrasse über 505000 Franken. Umstritten hingegen war das Kreditbegehren über 90000 Franken zur Umplatzierung der Skateranlage. Diese steht auf dem Pausenhof des alten Schulhauses und muss der Zentrumsüberbauung weichen. Die Anlage soll in das Areal Rote­wis gezügelt und mit Zusatzelementen zum Funpark erweitert werden. In einer zweiten Variante prüft der Gemeinderat, anstelle der Skater- eine Pumptrack-Anlage zu realisieren, die von Skatern und Bikern gleichermassen benutzt werden könnte. Diese dürfte allerdings weit mehr als 90000 Franken kosten. Das fehlende Geld müsste mit Gönner- und Sponsorenbeiträgen besorgt werden, sagte der Gemeindepräsident. Kritiker befürchten mehr Lärm und Abfall um die Schulanlage, vermissen WC-Anlagen und stellten grundsätzlich den Standort in Frage. Mit 35 Ja zu 28 Nein Stimmen gab die Versammlung schliesslich doch grünes Licht für das Vorhaben.