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GÜTTINGEN: Das Fischbeizli geht zu

Nach 17 Jahren schliessen Trine und Hanspeter Werner das «Isebähnli» und gehen in Pension. Einen Nachfolger für das Restaurant haben sie nicht gefunden. Die Liegenschaft wird abgebrochen.
Nicole D’orazio

Nicole D’Orazio

nicole.dorazio

@thurgauerzeitung.ch

Der Umsatz im Januar und Februar war noch nie so gut. Trine und Hanspeter Werner geniessen noch die letzten Tage im Restaurant Eisenbahn in Güttingen. «Vor allem geniessen die Gäste uns», sagt sie, die in der Küche das Sagen hat. Er ist für den Service zuständig. Am 27. März haben sie letztmals geöffnet. Am 30. und 31. März gibt es einen Hausflohmarkt mit dem, was übrig ist. «Die Gäste nehmen jetzt schon laufend etwas mit, wenn ihnen etwas unseres Inventars gefällt», erzählt Hanspeter Werner und lacht. «Zum Beispiel Bilder oder Uhren. Das meiste haben wir zudem schon fix jemandem versprochen. Wie den Stammtisch.» Schade sei, dass sich für die Kücheneinrichtung bisher noch kein Abnehmer finden liess. «Diese ist super in Schuss. Das wäre schon schade», meint die Köchin.

Das Wirtepaar hat entschieden, nach 17 Jahren das Restaurant zu schliessen. Trine Werner ist am 5. März 67 Jahre alt geworden und hat mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. «Nun ist es genug, es ist Zeit für die Pension», findet sie. Er ist 64 und geht in Frühpension. «Ich habe jedoch vor, da und dort etwas auszuhelfen. Zum Beispiel den Bauern beim Aprikosen pflücken», sagt er und lacht. Darauf freue er sich.

Langweilig wird es ihnen bestimmt nicht

Für ihren verdienten Ruhestand haben die beiden schon einige Pläne. «Wir reisen sehr gerne», erzählt Trine Werner. «Nun wollen wir die Schweiz besser kennen lernen. Bisher waren wir vor allem im Ausland unterwegs.» Er freue sich jedoch auch, endlich einmal im Sommer nach Norwegen zu fahren, wo die Familie seiner Frau lebt. «Dann ist es dort bestimmt schöner als im Winter», witzelt Hanspeter Werner. Auch freuen sich die beiden, mehr Zeit für ihre Enkelkinder zu haben. Sie hätten keine Angst, dass ihnen langweilig werde.

Noch zwei Monate haben sie Zeit, eine neue Wohnung zu finden. Ende Mai müssen sie aus dem «Isebähnli» raus. Dann wird es abgerissen und muss einem Mehrfamilienhaus Platz machen. «Wir haben leider niemanden gefunden, der das Restaurant weiterführen wollte», sagt Trine Werner. Das Problem sei, dass zur Liegenschaft noch viel Land gehöre, was sie teuer mache. Schliesslich hätten sie das Angebot einer Immobilienfirma angenommen. «Wir wollen in der Region bleiben. Irgendwo zwischen Altnau und Romanshorn werden wir schon etwas Schönes finden», meint er. Die beiden haben aber gar nicht gross Zeit, sich darüber Gedanken zu machen. Bis zur Schliessung haben sie noch viele Gäste zu bewirten.

Zu essen gibt es, was es noch hat

«Wir haben viele treue Stammgäste, die seit 30 Jahren zu uns kommen. Zuvor haben wir in Altnau und Romanshorn gewirtet. Alle möchten nochmals kommen. Das ist für uns zwar streng, jedoch eine schöne Wertschätzung», sagt die Norwegerin. Es gebe einfach noch zu essen, was sie im Haus hätten. Das Lokal ist vor allem für seine Fischgerichte bekannt. «90 Prozent der Gäste essen Fisch», sagt Trine Werner. Viele Rezepte hat sie von ihrer Mutter gelernt. Doch sie kocht auch lokale Spezialitäten wie Chretzer. In der Woche würde sie 10 bis 15 Kilogramm davon brauchen. «Es ist schon schade, dass mit unserem Fischbeizli ein Anbieter solcher traditioneller Fischgerichte verloren geht.»

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