Gülle in der Aach: Fischer reichen Strafanzeige gegen unbekannt ein

SALMSACH. Die wiederholte Verschmutzung der Salmsacher Aach hat ein juristisches Nachspiel. Der Thurgauer Fischereiverband hat gestern Strafanzeige eingereicht, damit «diesem unerträglichen Treiben Einhalt geboten wird», wie es in einer Mitteilung heisst.

Markus Schoch
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Ende August starben Tausende Fische in der Aach, nachdem Jauche eingeleitet worden war. (Archivbild: Ralph Ribi)

Ende August starben Tausende Fische in der Aach, nachdem Jauche eingeleitet worden war. (Archivbild: Ralph Ribi)

«Zumal wir ein direktes Interesse haben», sagt Verbandspräsident Christoph Maurer.

Der Verband habe im letzten Jahr 1000 Franken an Renaturierungsmassnahmen an der Aach gesprochen. Es sei darum nicht mehr als folgerichtig, wenn er jetzt dafür sorgen wolle, dass dieser Lebensraum auch vor schädlichen Einflüssen geschützt werde.

«Wollen keinen Fehler machen»

Fehler könnten auf jedem Betrieb passieren, heisst es in der Mitteilung der Fischer weiter. Es könne aber nicht sein, dass ein Bach innerhalb von knapp zwei Monaten dreimal vergiftet werde. «Notabene durch den gleichen Täter!»

Der Fischereiverband nimmt aber nicht ihn direkt ins Visier. Die Strafanzeige richtet sich gegen unbekannt. «Wir wollen keinen Verfahrensfehler begehen», sagt Verbandspräsident Maurer. «Wir haben zwar einen begründeten Verdacht, wer es sein könnte.» Und auch das Amt für Umwelt bestätige, dass es sich immer um den gleichen Betrieb handeln dürfte, der Gülle über eine Meteorleitung in den Bach leitet. Doch letzte Gewissheit hätten sie nicht. Mit der Anzeige gegen unbekannt habe der Verband am ehesten Gewähr, dass der Schuldige tatsächlich zur Rechenschaft gezogen werde. Auch dann, wenn sich der Verdacht als falsch erweisen sollte.

Zusätzliches Druckmittel

Die Anzeige ist eigentlich gar nicht nötig, da Gewässerverschmutzungen ein sogenanntes Offizialdelikt sind. Das heisst: Es handelt sich um eine Straftat, die von Amtes wegen verfolgt werden muss. Wenn dem Schuldigen vorsätzliches Handeln nachgewiesen werden kann, droht ihm eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren und eine Geldstrafe. In den meisten Fällen könne ihm aber nur fahrlässiges Verhalten zur Last gelegt werden, wenn überhaupt, sagt Generalstaatsanwalt Hans-Ruedi Graf. Dafür gibt es eine Geldstrafe mit maximal 180 Tagessätzen, wobei sich die Höhe des Tagessatzes nach den finanziellen Verhältnissen des Verurteilten richtet.