Güggel krähen in der Sporthalle

BISCHOFSZELL. Kleintierausstellung in Bischofszell: Am Wochenende präsentierten die Züchter ihre schönsten Kaninchen, Hühner und Tauben. Zu sehen waren auch Englisch Schecken aus der ganzen Schweiz.

Barbara Hettich
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Ausstellerin Yolanda Riegger aus Bischofszell mit ihrem preisgekrönten Thüringer. (Bild: Barbara Hettich)

Ausstellerin Yolanda Riegger aus Bischofszell mit ihrem preisgekrönten Thüringer. (Bild: Barbara Hettich)

In der Sporthalle Bruggwiesen in Bischofszell gackerten, krähten und gurrten am vergangenen Wochenende Hühner, Güggel und Tauben um die Wette. Braune, schwarze, weisse, gefleckte und getupfte Kaninchen zeigten sich mehr oder weniger interessiert an den vielen Besuchern und einige liessen sich auch gerne durch das Gitter über die Nase streicheln. Allein die schweizerischen Züchter der Englisch Schecken präsentierten reihenweise ihre schönsten Tiere, die zuvor von den Experten begutachtet worden waren.

Kantonale Stämmeschau

Der 2014 neu gegründete Verein Kleintiere Sitter-Thur – ein Zusammenschluss der Vereine Hauptwil-Bischofszell und Aach-Thurland – hatte seine erste Lokal-Ausstellung organisiert und präsentierte in diesem Rahmen nebst den Tieren der Schweizerischen Klubschau der Englisch Schecken auch noch die Kantonale Kaninchen Stämmeschau. «Wir zeigen 41 anerkannte Rassen in verschiedensten Farbenschlägen», erklärt Ausstellungspräsidentin Marianne Zingg aus St. Pelagiberg. Für die Züchter sei eine solch umfangreiche Ausstellung eine gute Gelegenheit, passende Tiere für ihre Zucht dazu zu kaufen.

«Nicht ohne meine Kleintiere»

In der Festwirtschaft bot sich den Züchtern und Ausstellungsbesuchern aber auch die Gelegenheit, sich auszutauschen. Heinz Rohr aus Hauptwil erzählt, was ihn an seinem Hobby so fasziniert: Die Liebe zu den Tieren, zudem wisse er, woher das Fleisch kommt, das er esse. «Wer schon früh lernt, mit Tieren sorgfältig umzugehen, weiss auch, wie man sich gegenüber Menschen rücksichtsvoll verhält», lautet seine Philosophie und er bedauert, dass in vielen Wohnsiedlungen eine Kleintierhaltung kaum mehr möglich ist. Die Vereine der Kaninchenzüchter hätten Nachwuchsprobleme. «Ohne meine Kleintiere möchte ich nicht leben», sagt Margrit Schnider aus Schweizersholz. «Früher hatten wir noch Kühe, heute haben wir die sieben Hektar Land verpachtet», erzählt sie. Der kleine Landwirtschaftsbetrieb habe nicht mehr rentiert. Chüngel, Hühner, Enten, Katzen und Hund sind ihr geblieben. Die Chüngel liefern ihrer Familie nicht nur gesundes Fleisch, sondern auch schönen Pelz.

An der Kleintierausstellung zeigten sie und ihre Kolleginnen von der Fellnähgruppe, was man aus Hasenfell alles herstellen kann: Vom Pulswärmer, Schal oder weichem Kissen bis zum modischen Accessoire. Wertschöpfung und Wertschätzung gehören für Margrit Schnider zur Tierhaltung dazu.