Grüne Lunge fürs Saurer WerkZwei

Die Saurer-Industriebrache im ehemaligen WerkZwei nimmt nach längerer Entwicklungszeit immer stärker sichtbare Konturen eines neuen Stadtteils an. Teil davon wird ein grosser öffentlicher Park mit Fuss- und Radwegverbindungen sein.

Max Eichenberger
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Landschaftsarchitekt Matthias Krebs erklärt am Modell die Gestaltung der Parkanlage im westlichen Bereich des Areals Saurer WerkZwei. (Bild: Max Eichenberger)

Landschaftsarchitekt Matthias Krebs erklärt am Modell die Gestaltung der Parkanlage im westlichen Bereich des Areals Saurer WerkZwei. (Bild: Max Eichenberger)

ARBON. Verschiedene Bauprojekte auf dem 240 000 Quadratmeter grossen Areal befinden sich in der Ausführungsphase: der Umbau des Hamel-Gebäudes; zwei Wohnüberbauungen; zudem die Umnutzung des Arbomec-Komplexes für den Jumbo. Dazu ist die Sanierung des Presswerks im Gang. Einen Hallenteil wird der Oldtimerclub Saurer (OCS) mit dem Schaulager belegen. Ins Presswerk werden nächsten Herbst das neue Kultur- sowie das Musikzentrum einziehen. Im Januar folgt der Abbruch der Saurer-Reparaturwerkstätte. Dort realisiert HRS unter anderem ein Hotel.

Ein grosser Quartierpark

Es entstehen aber nicht nur Hochbauten. Auch grosszügige Grünflächen werden angelegt: So soll nächsten Sommer mit der Gestaltung der ersten Etappe eines öffentlichen Quartierparks und einer Passage begonnen werden, die nach Firmengründer Franz Saurer benannt ist. Das von HRS in Zusammenarbeit mit der Stadt erarbeitete Projekt liegt öffentlich auf. Ausgearbeitet haben es die Winterthurer Landschaftsarchitekten Rotzler Krebs Partner GmbH. Als Referenzen bringen sie den Stadtgarten Dornbirn und das Sulzer-Areal in Winterthur mit.

Stadt trägt Kosten für Park voll

Dem Freiraum ist laut Projektverfasser Matthias Krebs die Funktion eines grünen «Puffers» zwischen den Quartieren an der Landquartstrasse und den Neubauten zugedacht. Das Parkband ist Bestandteil des Gestaltungsplans. Die gesamte Parkfläche wird 20 000 Quadratmeter gross. Stadtpräsident Andreas Balg zufolge geht der Park nach seiner Fertigstellung ins Eigentum der Stadt über – die erste grössere Etappe im Herbst 2017.

Die Stadt trägt auch die Kosten von 3,49 Millionen Franken und wird den Unterhalt bestreiten. An den Kosten der Franz-Saurer-Passage von 1,85 Millionen Franken hat sie sich gemäss Erschliessungsvertrag zu einem Fünftel zu beteiligen. Die Passage verbleibt zwar in HRS-Besitz. Der Stadt wird aber ein öffentliches Fuss- und Fahrwegrecht eingeräumt.

Die geschätzten Kosten von 885 600 Franken für die Sanierung der Altlasten teilen sich die Stadt und HRS im Verhältnis 57 zu 43 Prozent, wie HRS-Entwickler Michael Breitenmoser und Stadtpräsident Andreas Balg am Dienstag bekanntgaben. Die Kontaminierung des Bodens sei «nicht problematisch», sagte Matthias Krebs. Wo erforderlich, etwa im Bereich von Baumpflanzungen, werde man Erde bis in eine Tiefe von rund einem Meter austauschen und belastetes Material entsorgen. «Das werden wir mit Spezialisten sur place entscheiden.» Eine Gefährdung des Grundwassers bestehe nicht.

Zweite Etappe folgt später

Die zweite Park-Etappe wird zu einem späteren Zeitpunkt realisiert – «dies abhängig von der weiteren Arealentwicklung». Der Park werde stärker durchgrünt als die Passage. Später ausgeführt werden soll Stadtpräsident Balg zufolge auch die Fortsetzung der Aach-Renaturierung ab Schöntalstrasse mit einer Wegverbindung zum See. Hier ist die Stadt am Zug – und gemäss Remo Tambini, Leiter der Abteilung Bau, aktuell im Gespräch mit dem Kanton in dieser Sache.

In der Modellübersicht grün gekennzeichnet sind der künftige Park (l.) und die Franz-Saurer-Passage. (Bild: pd)

In der Modellübersicht grün gekennzeichnet sind der künftige Park (l.) und die Franz-Saurer-Passage. (Bild: pd)

Als extensive Grünanlage mit rollstuhlgängigen Kieswegen konzipiert ist das neue Parkband. (Bild: pd)

Als extensive Grünanlage mit rollstuhlgängigen Kieswegen konzipiert ist das neue Parkband. (Bild: pd)

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