Grüne Jungfer sucht Zuhause

SCHWEIZERSHOLZ. Fredi Kellers Garten war zum viertenmal Schauplatz einer Pflanzentauschbörse. Zur Veranstaltung eingeladen hatte die Regionalgruppe Thurgau der Gesellschaft Schweizerischer Rosenfreunde.

Monika Wick
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Ursula Frasciati lässt sich an der Pflanzenbörse in Schweizersholz von Sonja Wolfensberger beraten. (Bild: Monika Wick)

Ursula Frasciati lässt sich an der Pflanzenbörse in Schweizersholz von Sonja Wolfensberger beraten. (Bild: Monika Wick)

Fast scheint es so, als weigerten sich diverse Pflanzen in Fredi Kellers Garten, zu akzeptieren, dass es Herbst geworden ist, und dass es Zeit wird, das blühende Gewand abzulegen. Obwohl das Thermometer in den einstelligen Gradbereich gesunken ist und eine dicke Nebeldecke über dem Anwesen liegt, zeigen sich die Rosen von ihrer schönsten Seite, und Erdbeerpflanzen bringen kleine, weisse Früchte hervor.

Schenken, tauschen, kaufen

«Das liegt wohl am schönen Sommer und am Regen im Herbst», ist sich eine Besucherin sicher. Seit vier Jahren ermöglicht es die Regionalgruppe Thurgau der Gesellschaft Schweizerischer Rosenfreunde Pflanzenliebhabern, überzählige Pflanzen oder nicht mehr benötigtes Gartenzubehör zu verschenken, zu tauschen oder für wenig Geld zu verkaufen.

Mit leeren Händen ist Beatrix Lei auf den Hof gekommen. «Ich habe einen grünen Daumen. Bei mir zu Hause wuchert es dementsprechend», erklärt die Romanshornerin und lacht. Im nächsten Jahr will Beatrix Lei wiederkommen und Kastanienbaumsetzlinge mitbringen. Ihre Suche nach passenden Töpfen für ihr Vorhaben ist nicht von Erfolg gekrönt worden. Auf einem Tisch ziehen weisse Becher mit der Aufschrift «Jungfer im Grünen» die Blicke auf sich. Mitgebracht hat sie die Bischofszellerin Sylvia Stettler.

Trauben in der Festwirtschaft

«Unten im Becher liegen die Samen drin; die Teile da oben habe ich nur zur Dekoration reingelegt», erklärt Sylvia Stettler und deutet auf die lilafarbenen, kabselartigen Pflanzenköpfe. Bei den Rosenstöcken dürfe sie nicht zu genau hinschauen, betont die rüstige Seniorin: «Ich habe selber schon über 100 Stück im Garten; eigentlich sollte ich mich nicht mehr vergrössern.»

Sylvia Stettlers Mann hat derweil in der Festwirtschaft Platz genommen. Zu seiner Freude gibt es dort blaue Trauben. Wie es sich für einen solchen Anlass gehört, sind die Früchte frisch geerntet ab Fredi Kellers Rebe.