Grosses Wahlspektakel im Lauchetal

Die kurzfristige Kandidatur von Pascal Bertschinger für das Präsidium der Primarschulbehörde Lauchetal sorgt an der Versammlung für Zündstoff. Mit einem Vorsprung von 13 Stimmen bestätigen die Stimmbürger die bisherige Präsidentin.

Cyrill Rüegger
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Die Behörde: Andy Raas, Margrit Ramsauer, Präsidentin Conny Strässle, Carmen Bartholdi und Hermann Studer. (Bild: Cyrill Rüegger)

Die Behörde: Andy Raas, Margrit Ramsauer, Präsidentin Conny Strässle, Carmen Bartholdi und Hermann Studer. (Bild: Cyrill Rüegger)

AFFELTRANGEN. «Ich schlage Pascal Bertschinger als Gegenkandidaten für das Präsidium vor.» Mit diesen Worten bringt ein Besucher an der Versammlung der Primarschulgemeinde Lauchetal Spannung in die Wahl der Schulbehörde. Auf den offiziellen Unterlagen figuriert nur die bisherige Präsidentin Conny Strässle als Kandidatin für das Präsidium. Der 37jährige Pascal Bertschinger, Präsident der BDP Thurgau, entschied sich erst letzte Woche für die Kandidatur. «Wir haben überrascht festgestellt, dass die Versammlung von Mai auf März vorverlegt wurde und dann sofort reagiert», sagt Bertschinger auf Anfrage der Thurgauer Zeitung.

Zwei Wahlgänge nötig

In einer Nacht- und Nebelaktion verteilten Sympathisanten von Bertschinger in den letzten Tagen Flyer. Bertschinger selber lag nach einer Operation am Bein die ganze Woche im Spital und bleibt deshalb auch der Versammlung am Montagabend fern. «Das Amt für Volksschule braucht unser genehmigtes Budget noch im März, daher wäre der Termin im Mai zu spät gewesen», erklärt Conny Strässle die Vorverlegung der Versammlung.

Bei der Wahl kommt es zur nächsten Aufregung: Im ersten Wahlgang gehen 92 Zettel ein, obwohl nur 91 Stimmberechtigte anwesend sind. Die Wahl wird wiederholt. Letztlich setzt sich die bisherige Präsidentin Conny Strässle durch. Sie erhält 52 Stimmen, Pascal Bertschinger 39. «Ich habe erst kurz vor der Versammlung erfahren, dass sich ein Gegenkandidat aufstellt», sagt Strässle im Anschluss. «Eigentlich habe ich darum nicht mehr mit meiner Wiederwahl gerechnet.»

Behördenwahl eine Formsache

Die Wahl der restlichen vier Behördemitglieder ist letztlich reine Formsache. Hätten die Schulbürger Bertschinger zum Präsidenten gewählt, hätten sich Martina Alonso und Bea Kuratli zur Wahl in die Behörde aufgestellt. So aber bestätigen die Schulbürger die bisherigen Mitglieder Hermann Studer, Carmen Bartholdi, Margrit Ramsauer und Andy Raas.

Pascal Bertschinger akzeptiert zwar das Wahlergebnis, ist sich aber nicht sicher, ob die Wahl rechtens abgelaufen ist. «Mein Vertreter hat schon bei der Genehmigung der Traktandenliste die Änderung betreffend der Wahlkandidaten vorgebracht. Die Schulbehörde hat ihn aber abgeblockt.» Conny Strässle kontert diesen Vorwurf: «Der Votant hat sich erst gemeldet, als die Abstimmung über die Traktandenliste schon in Gang war.»

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