Grosse Debatte um die Energie

AFFELTRANGEN. An der Gemeindeversammlung von Affeltrangen genehmigten die Stimmberechtigten Kredite über 1,15 Millionen Franken. Nicht einig waren sich Gemeinderat und einzelne Bürger über die Finanzierung von Solarstromanlagen.

Mario Testa
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Hatten Erklärungsbedarf: Die Affeltranger Gemeinderäte Peter Walder und Ursula Klaus, Gemeindeschreiber Christoph Fey, Gemeindeammann Hans Matthey sowie Albin Daneffel und Michael Zai. (Bild: Mario Testa)

Hatten Erklärungsbedarf: Die Affeltranger Gemeinderäte Peter Walder und Ursula Klaus, Gemeindeschreiber Christoph Fey, Gemeindeammann Hans Matthey sowie Albin Daneffel und Michael Zai. (Bild: Mario Testa)

Zum ersten Mal stand Peter Walder als Gemeinderat an einer Versammlung vor die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger. Er bedankte sich für die Wahl im September und informierte die 74 Anwesenden anschliessend über die vielen Bauprojekte, die in Zezikon, Buch und Märwil anstehen. Insgesamt 1,15 Millionen Franken für Strassensanierungen, den Ersatz von Wasserleitungen und neue Verkabelungen hiessen die Stimmberechtigten am Donnerstagabend im Kirchgemeindehaus gut.

Alte Gussleitung wird ersetzt

Zu reden gab der Ersatz der Wasserleitung unter der Oberdorfstrasse in Buch. «Wieso warten wir damit nicht? Die Strasse muss ja ohnehin bald saniert werden», äusserte ein Votant und ein anderer schlug vor: «Man könnte die Strasse ja auch gleich mitsanieren.» Gemeindammann Hans Matthey erklärte, dass weitere 200 000 Franken den üblichen Rahmen des jährlichen Sanierungsbudgets sprengen würden und Wasserwart Willi Meienberger betonte, dass die Sanierung wichtig sei. Gerade weil die anfällige alte Gussleitung auch unter einem Gebäude durchlaufe: «Das ist eine Zeitbombe, die wir besser bald entschärfen.» Bei vier Gegenstimmen bewilligten die Stimmberechtigten darauf den Kredit über 175 000 Franken.

Das Budget für das laufende Jahr rechnet mit einem Defizit von 205 000 Franken. «Es gibt zwei posten, die uns weh tun. Erstens bekommen wir 90 000 Franken weniger aus dem Finanzausgleich und zweitens steigen die Kosten der Pflegeplatzfinanzierung um 50 000 Franken», sagte Hans Matthey. Dank Einsparungen könne etwa die Hälfte der fehlenden 140 000 Franken ausgeglichen werden, aber am Schluss bleibe doch ein Minus von 70 000 gegenüber 2012. «Und der Blick in die Zukunft ist ungewiss. Der Regierungsrat hat eine Sparrunde angekündigt. Was die für uns bedeutet, ist schwer abzuschätzen.»

Debatte um Energierappen

Seit Anfang des Jahres bezahlen die Strombezüger auf Affeltranger Gemeindegebiet einen Energierappen. Um zu erklären, was das Elektrizitätswerk mit diesem Energierappen anstellt, versuchte Gemeinderat Albin Daneffel zum Schluss der Versammlung das komplexe Gebilde des Strommarkts und der Umweltzertifikate den Anwesenden zu erklären. Es gelang nicht restlos, einige Anwesende wollten nicht mehr zuhören und viel lieber zum Schlummerbecher in die Beiz, andere beharrten auf alternativen Strategien im Umgang mit der Förderung von Ökostrom und lieferten sich Wortgefechte mit Albin Daneffel. «Wer diesen Energierappen bezahlt, der bezieht auf alle Fälle kein Atomstrom und kein Strom von fossilen Energieträgern mehr», schloss Daneffel und verlängerte angesichts der Debatten die eigentlich Ende 2012 abgelaufene Frist zum Ablehnen des Energierappens bis Ende Monat. Rund 60 Personen haben diese Möglichkeit bislang genützt.

Hilfe für junge Stimmbürger

Die Stimmbürger haben an der Versammlung mit 55- Ja zu 14 Nein-Stimmen auch die vierköpfige Familie Tomes eingebürgert. Auch regte Lukas Manser an, dass die Gemeinde als eine der ersten im Kanton den jungen Stimmbürgern die Broschüre Easyvote zur Verfügung stellen solle. So würden diese häufiger abstimmen gehen. Diese Anregung nahm Gemeindammann Hans Matthey auf und schloss die Versammlung.

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