Griff um Griff hoch hinaus

WEINFELDEN. Die Bauarbeiten an der neuen Kletteranlage sind in der Abschlussphase. Vereinspräsident Andreas Schweizer möchte, dass sich Weinfelden zum Zentrum für den Klettersport im Thurgau entwickelt. Die Eröffnung ist Ende Oktober.

Kathrin Schönenberger
Merken
Drucken
Teilen
In luftiger Höhe montiert Andreas Schweizer, Präsident des Kletterclubs «thurclimb», die Griffe einer Route in der neuen Kletterhalle. (Bild: Kathrin Schönenberger)

In luftiger Höhe montiert Andreas Schweizer, Präsident des Kletterclubs «thurclimb», die Griffe einer Route in der neuen Kletterhalle. (Bild: Kathrin Schönenberger)

Sie heissen Pippi Langstrumpf 4b, Obelix 3a oder Max und Moritz 5b. Die Routen der Kletterhalle in Weinfelden erstrecken sich in unterschiedlichen Farben und Schwierigkeitsstufen bis in 16 Meter Höhe. Der Bau der neuen Kletteranlage befindet sich in der Abschlussphase. «Insgesamt haben wir bereits die Hälfte aller Griffe montiert. Wenn alles fertig ist, werden rund 3000 Griffe an den Wänden haften», sagt Andreas Schweizer, Präsident des Kletterclubs «thurclimb», der extra für dieses Projekt gegründet worden war. Die Griffe unterscheiden sich in Farbe, Form und Grösse und sind ausschlaggebend für den Schwierigkeitsgrad. Noch sind aber nicht alle der 40 geplanten Routen gebaut. Zusammen mit der SAC Jugend der Sektionen Thurgau und Bodan wird Schweizer noch einige Stunden mit Eimer und Schraubenzieher in der Wand verbringen.

Einmalig in der Schweiz

In regelmässigen Zeitabständen von vier bis sechs Monaten werden die Routen abmontiert und neu ausgesteckt. «Wir wollen den Besucherinnen und Besuchern immer wieder neue Herausforderungen und Abwechslung bieten», erklärt Schweizer das Konzept. Besonders stolz ist der Steckborner allerdings über ein paar Griffe mit spezieller Form aus Amerika. «Die gibt es sonst nirgends in der Schweiz.»

Künftig soll die Halle für Schulen, Hobbykletterer und «thurclimb»-Mitglieder offenstehen. Letztere werden die Kletterhalle betreiben. Im Gegenzug profitieren sie von drei reservierten Terminen pro Woche. Für Andreas Schweizer hat dies in erster Linie einen methodischen und didaktischen Hintergrund. «Die Mitglieder-Abende bieten Gelegenheit, die Leute für die Betreuung zu schulen». Damit auch Schüler die Wände sicher erklimmen können, bietet «thurclimb» auch Kurse für Lehrpersonen an.

Idealer Standort

«Das Projekt für eine Kletteranlage in Weinfelden war schon länger ein Thema», sagt Schweizer. «Mit dem Neubau der Turnhallen im BBZ hat man den idealen Standort gefunden, um die Idee zu realisieren.» Mit ihren 16 Metern ist die Kletterhalle eine der höchsten in der Schweiz und nebst Kreuzlingen die einzige im Kanton Thurgau. «Ich denke, dass wir mit diesem Standort gute Chancen haben, ein Kletterzentrum zu werden». Denn es bestehe ein grosses Bedürfnis, diese Sportart im Thurgau auszuüben.

Finanzierung des Projekts

Die Kosten belaufen sich laut Schweizer auf eine halbe Million Franken. Mit Sponsoren sowie den Beiträgen vom BBZ, den Schulen und der Gemeinde habe man das Projekt finanzieren können. «Es ist ein Geben und Nehmen. Wir haben den Standort und die finanzielle Unterstützung bekommen und können dafür mit der Anlage für Weinfelden etwas aufbauen», freut sich der leidenschaftliche Kletterer.