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Griff in die Volksliederkiste

Die Landstreichmusik spielt im Bistro zu Tisch auf und zieht das Publikum umgehend in ihren Bann. Die Volksmusik der anderen Art findet Anklang.
Rudolf Steiner
Matthias Lincke, Dide Marfurth, Simon Dettweiler und Christine Lauterburg beim Auftritt in Bischofszell. (Bild: Rudolf Steiner)

Matthias Lincke, Dide Marfurth, Simon Dettweiler und Christine Lauterburg beim Auftritt in Bischofszell. (Bild: Rudolf Steiner)

BISCHOFSZELL. Auf der ohnehin nicht allzu grossen Bühne war es am Samstagabend noch etwas enger. Denn die beiden «Landstreicher» Dide Marfurth und Simon Dettweiler hatten ein ganzes Arsenal an verschiedenen, teils mittelalterlichen Instrumenten um sich herum aufgestellt, während sich «Giigämaa» Matthias Lincke und Jodelrevoluzzerin Christine Lauterburg im wesentlichen auf ihre Instrumente und Stimmbänder konzentrierten.

Lust am Musizieren spürbar

Auf einer Schweizer Ein-Franken-Briefmarke ist sie abgebildet und hat zudem mit ihrem unkonventionellen Techno-Naturjutz bei Hardcore-Jodeltraditionalisten schon mehrmals für rote Köpfe gesorgt. Am Samstagabend stand die Berner Musikerin Christine Lauterburg nun leibhaftig auf der Bühne des Bistros zu Tisch.

Mit Matthias Lincke (Geige, Gesang), Dide Marfurth (Drehleier, Halszither, Dudelsack, Maultrommel) und Simon Dettweiler (Schwyzerörgeli, Langnauerli) sorgte Christine Lauterburg bei den Zuhörern nicht für rote Köpfe, sondern für spontane Ausrufe und begeisterten Applaus. Mit ihrer überschäumenden Spiel- und Musizierlust riss die vierköpfige Formation das Publikum mit und verwandelte das Lokal in ein Tollhaus.

Zäuerli bis Ethnojutz

Beeindruckend und in einer einzigartigen stilistischen Breite und instrumentalen Farbenpracht zelebrierte das Quartett seine eigenwilligen Interpretationen von Liedern ganz im Stil der früheren Wandermusiker und Spielleute. Die vier wühlten dabei tief in der Volksliederkiste und förderten ein Sammelsurium urchiger Stücke und Lieder aus der Schweiz und dem gesamten Alpenraum zutage.

Dabei reichte das Repertoire von teils bekannten, teils unbekannten Lumpenliedli und Spielmannsweisen über Rugguserli und Zäuerli bis zu Ethnojutz und Alpenpsychedelik. Es war ein Panoptikum lustvoll experimenteller Schweizer Volksmusik, aufgelesen am Wegesrand der Volksmusik-Jahrhunderte von den «Landstriich»-Musikanten, die eindrücklich die unerhörte Vielfalt des Schweizer Volksliedgutes demonstrierten.

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