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«Grautöne sind Farben»

Carla de Bortoli gewann bei den diesjährigen internationalen Wiener Meisterschaften im Behindertenschwimmen Silber und Bronze. Sie erzählt, worin ihr Handicap liegt, wie sie damit im Alltag zurechtkommt und welche Ziele sie verfolgt.
Gabriela Koller
Stolz zeigt Carla de Bortoli ihre bisher gewonnenen Auszeichnungen. Die getönte Brille trägt sie zur Schonung ihrer Augen. (Bild: Gabriela Koller)

Stolz zeigt Carla de Bortoli ihre bisher gewonnenen Auszeichnungen. Die getönte Brille trägt sie zur Schonung ihrer Augen. (Bild: Gabriela Koller)

Salmsach. «Ich habe mit dem Schwimmen angefangen, da ich mich schon von klein auf wohl im Wasser fühlte», sagt Carla de Bortoli. Doch beim 13jährigen Mädchen handelt es sich nicht um eine gewöhnliche Schwimmerin: die Schülerin hat seit ihrer Geburt eine Sehbehinderung.

Brille zum Schutz der Augen

Mit drei Jahren wurde bei Carla de Bortoli ein Netzhautdefekt diagnostiziert. Sie sieht nur 10 bis 15 Prozent. In gesunden Augen übernehmen «Stäbchen» das Hell-Dunkel-Sehen und «Zapfen» das Farbsehen.

«Stäbchen habe ich nur wenige und Zapfen gar keine», erklärt das Mädchen. «Aber ich sehe trotzdem Farben. Vielleicht sind es für die, die richtig sehen können, nur Grautöne, aber für mich sind es Farben.»

Da Carla auch eine hohe Blendeempfindlichkeit hat, muss sie eine Brille tragen, die das Licht bricht.

«Schon immer eine Wasserratte»

«Seit vier Jahren schwimme ich», meint Carla de Bortoli. «Ich war schon immer eine Wasserratte und habe gerne gebadet.

Zudem ist es ein Sport, den ich machen kann, und ich kann mich im Wasser nicht verletzen.» Da sie am Wasser wohnt, gehe sie auch im Sommer häufig in die Badi oder an den See.

«Ich trainiere drei Mal wöchentlich mit dem PluSport und einmal mit dem Schwimmclub Romanshorn», sagt die 13-Jährige. «Im Hauptteil des Trainings machen wir Sprints und üben das Wenden unter Wasser. Die Trainerin hat für jeden von uns ein spezielles Programm.»

Hallenbad Münsterlingen

Der Trainingsort im Hallenbad Münsterlingen sei aber laut Franziska Schneider, technische Leiterin des PluSport, nicht ideal: «Für unsere Sportler im Rollstuhl gibt es weder Kabinen noch WCs und nicht einmal einen Treppenlift. Deshalb sind wir für den Umbau auf Spendengelder aus der Bevölkerung angewiesen.»

Chribbelig vor Wettkämpfen

Carla de Bortoli gewann ausser der Silber- und Bronzemedaille auch schon Preise.

«Ich war schon in Berlin bei einem internationalen Wettkampf und in Wien für die Staats- und Landesmeisterschaften. Von dort und von anderen Wettkämpfen habe ich Medaillen, Pokale und Zinnbecher.»

Ebenfalls holte Carla dieses Jahr bei den Schweizer Meisterschaften Gold in 100 Meter Brust. «Vor den Wettkämpfen bin ich oft chribbelig, aber sobald ich im Wasser bin, geht es dann wieder.» Auch den Alltag meistert das 13jährige Mädchen problemlos. «Ich gehe ganz normal in die öffentliche Schule.

Die Lehrerin druckt mir die Blätter einfach in einem grösseren Format aus.»

Mit Hilfe einer Lupe, einer Lampe und eines Laptops kann sie am Unterricht teilnehmen. «Einmal wöchentlich kommt ein Vertreter des Sehbehindertenverbands in die Schule.» Er ist das Bindeglied zwischen den Lehrern und Carla.

«Paralympics wären cool»

«In meiner Freizeit mache ich am liebsten mit meinen Freundinnen ab. Dann hören wir Musik oder reden über verschiedene Sachen.

» Das Mädchen kann praktisch alles mit ihren Freundinnen machen. «Nur Fahrradfahren nicht, das ist zu gefährlich», erklärt sie.

Zukunftspläne hat Carla noch keine: «Aber es wäre cool, wenn ich einmal an den Paralympics mitmachen könnte.»

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