Gratwanderung in die Zukunft

ARBON. Der Stadtrat steht wegen der schwierigen Finanzlage vor grossen Herausforderungen. Die Entwicklung, die Besserung verspricht, soll nicht abgewürgt werden. Die Mittel dort einsetzen, wo Erträge zu erwarten sind, heisst darum die Devise.

Max Eichenberger
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Premiere des neuen Formats «Stadtgespräche», das bei den Teilnehmern im Seeparksaal am Donnerstag gut angekommen ist: An fünf Tischen werden die Legislaturziele in Gruppen diskutiert. Dabei haben die Stadträte, hier Peter Gubser, offene Ohren für Inputs, Kritik und Fragen: «Wenn Sie ein Anliegen haben, dann bringen Sie es vor oder schreiben Sie ein Mail.» (Bilder: Max Eichenberger)

Premiere des neuen Formats «Stadtgespräche», das bei den Teilnehmern im Seeparksaal am Donnerstag gut angekommen ist: An fünf Tischen werden die Legislaturziele in Gruppen diskutiert. Dabei haben die Stadträte, hier Peter Gubser, offene Ohren für Inputs, Kritik und Fragen: «Wenn Sie ein Anliegen haben, dann bringen Sie es vor oder schreiben Sie ein Mail.» (Bilder: Max Eichenberger)

Eigentlich wollte der Stadtrat seine Legislaturziele früher bekanntgeben. «Doch wir mussten uns zuerst finden», berichtet Stadtpräsident Andreas Balg von «intensiven Auseinandersetzungen». Entwickelt worden seien Visionen und daraus abgeleitet Vierjahres- und Jahresziele. Am ersten Arboner Stadtgespräch wurden sie vorgestellt und in Gruppen, moderiert von Thomas Steccanella, dem Medienverantwortlichen der Stadt, angeregt diskutiert.

Finanzen im Hauptfokus

«Ganz klar» im Hauptfokus stünden die Finanzen, betont Ressortchef Patrick Hug. «Wir müssen die Defizite sukzessive reduzieren. Das ist eine Herkulesaufgabe.» Investieren werde die Stadt «nutzenorientiert» und nach Prioritäten. Dort, wo auch Gegenwerte generiert würden: wie bei der Erschliessung des Saurer WerkZwei. 2,5 Millionen Franken seien dafür in diesem Jahr bereitzustellen. Anderseits verspricht sich die Stadt durch die Entwicklung auf dem Areal neue Einnahmen.

600 Personen, 200 Arbeitsplätze

Stadtpräsident Andreas Balg zufolge strebt Arbon bis 2019 so einen Bevölkerungszuwachs von 600 Personen und 200 neue Arbeitsplätze an.

Balg erwartet dieses Jahr im WerkZwei weitere Spatenstiche. Zudem sollen die Gestaltungskonzepte für die Altstadt und die «Stadtmitte» (Ochsner/Klarahof) vorliegen sowie für die Um- und Neubauprojekte im Werk1 im Städtli grünes Licht erteilt werden können. Ebenso will Balg die Gestaltungspläne Seegarten und Breitehof unter Dach bringen. Im Gestaltungsplanverfahren Metropol/Riva erwartet er die Genehmigung.

Arbon fordert Lastenausgleich

Vorgegeben hat sich der Stadtrat, mehr Erträge aus den stadteigenen Anlagen, Liegenschaften sowie aus dem Finanzvermögen herauszuholen. «Beim Sonnenblumenhaus biegen wir auf die Zielgerade ein», kündigt Hug eine Lösung an. 400 000 Franken sollen in diesem Jahr Massnahmen bringen, welche die Überprüfung der Aufgaben und Leistungen aufgezeigt hat. Auf 2017 hin fordert Arbon vom Kanton einen Lastenausgleich bei den Sozialhilfekosten. Zwischen kleinen und grösseren Gemeinden bestehe ein zunehmendes Gefälle. Der Stadtrat erklärt 3000 Franken als Obergrenze der Nettoschuld pro Einwohner; Ende 2014 lag diese bei 1900 Franken.

Soziale Dienste zentralisieren

Stadtrat Hans-Ulrich Züllig gibt sich vor, die Sozialen Dienste zu zentralisieren. Damit soll effizienter gearbeitet werden können. Man werde jetzt ein Konzept erarbeiten und dabei auch das Thema Sicherheit einfliessen lassen. Mit dem Konzept «Frühe Förderung» setze die Stadt einen Akzent in der Bildungslandschaft.

Im Frühling ein Bier im Seepark

Bauressortchef Peter Gubser will dafür sorgen, dass man im Panorama-Restaurant Seepark im Frühling wieder mindestens einen Café und ein Bier trinken und der Betrieb im Sommer wieder ordentlich weitergeführt werden kann. Dazu brauche es nicht grosse Investitionen, sagt er nach einem Gespräch mit dem Lebensmittelinspektor. «Nach den heissen Diskussionen hoffen wir, wieder in ruhigere Gewässer zu kommen.» Vom neuen Pächter des Strandbadrestaurants verspreche er sich einiges.

Auge auf dem Littering

Die Erträge aus der Parkplatzbewirtschaftung fliessen Stadtrat Konrad Brühwiler zufolge in eine Spezialfinanzierung. Diese dient der Förderung des Öffentlichen und des Langsamverkehrs. Ein verstärktes Auge werde der Stadtrat auf das Littering richten.

Patrick Hug (CVP), Vizestadtpräsident/Finanzen

Patrick Hug (CVP), Vizestadtpräsident/Finanzen

Hans-Ulrich Züllig (FDP), Ressort Soziales/Gesellschaft

Hans-Ulrich Züllig (FDP), Ressort Soziales/Gesellschaft

Andreas Balg (FDP), Stadtpräsident/Ressort Präsidium

Andreas Balg (FDP), Stadtpräsident/Ressort Präsidium

Konrad Brühwiler (SVP), Ressort Einwohner/Sicherheit

Konrad Brühwiler (SVP), Ressort Einwohner/Sicherheit

Peter Gubser (SP), Ressort Bau/Freizeit/Sport

Peter Gubser (SP), Ressort Bau/Freizeit/Sport

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