GOTTLIEBEN: Die Industrie hat zu kämpfen

Die Thurgauer Industrie beklagt weiterhin einen niedrigen Auftragsbestand. Bei der Versammlung des AGV Kreuzlingen war Konrad Hummler zu Gast.

Kurt Peter
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Konrad Hummler und Jürg Kocherhans. (Bild: Kurt Peter)

Konrad Hummler und Jürg Kocherhans. (Bild: Kurt Peter)

GOTTLIEBEN. Mit einer für die regionale Wirtschaft positiven Meldung begann Jürg Kocherhans, Präsident des Arbeitgeberverbandes Kreuzlingen und Umgebung (AGV), die Generalversammlung im «Waaghaus». «Auch der Ständerat hat dem Auftrag zur Sanierung der Duro-Fahrzeuge durch die Mowag zugestimmt», erklärte er. Damit sei das Geschäft eigentlich unter Dach und Fach, wenn da nicht noch eine Volksinitiative über dem Auftrag schwebe.

Sekretär Fabian Kapfhamer zeigte sich im Jahresbericht erfreut über die Ablehnung der Durchsetzungs-Initiative. Bekanntlich herrsche in der Schweiz Meinungsfreiheit. Diese müsse auch den Denkvätern der Initiative gewährt werden. «Wenn aber diese so weit geht, dass man die Grundwerte des modernen Europas in Frage stellt, hört der Spass auf.» Mit Europa meine er nicht die EU, «sondern die 47 Staaten, die 1950 die europäische Menschenrechtskonvention unterschrieben haben».

Die Stimmung bleibt gedrückt

Die Stimmung in der Thurgauer Industrie bleibe gedrückt, scheine aber den Tiefpunkt überschritten zu haben, sagte Kapfhamer. Sowohl die Produktion wie auch der Bestellungseingang hätten in den letzten Monaten nachgelassen. «Der niedrige Auftragsbestand bleibt das Sorgenkind der Thurgauer Industrie.» Die Exportwirtschaft habe empfindliche Einbussen hinzunehmen. 2015 sei der Wert der aus dem Thurgau exportierten Waren um zwölf Prozent eingebrochen. Auch der Detailhandel habe sich nicht verbessert. «Nach wie vor wird häufiger eine schlechte als eine gute Geschäftslage gemeldet». Diese Entwicklung habe zu einem steigenden Druck auf den Arbeitsmarkt geführt. Mit 2,7 Prozent liege die Arbeitslosigkeit aber noch unter dem Schweizer Schnitt. Kapfhamer erläuterte auch die Jahresrechnung des AGV. Diese schloss mit einem Verlust von 6000 Franken.

Schluss mit Raubkopien

Im Anschluss referierte Konrad Hummler zum Thema «Déjà-vu oder neuartige Megatrends?» Das Schlagwort heisse «Blockchains». Das sei die nächste oder übernächste Entwicklung im Internet. Blockchains sei eine virtuelle Verschlüsselungstechnik, die eine eindeutige Eigentumsbestimmung möglich mache. Die grenzenlose Einsatzfähigkeit machte Hummler an Patenten und an geistigem Eigentum fest. «Damit kann dem Raubkopieren ein Ende bereitet werden.»