Golferinnen unterstützen Chor

Musik hilft Menschen mit einer Hirnverletzung, Emotionen zu verarbeiten. Bei ihrem Charity-Turnier sammelten die Erler Golfspielerinnen daher Geld für die Ausrüstung der Gruppe The Wheelchairs.

Hannelore Bruderer
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Zwei Spielerinnen auf der Anlage des Golfclubs Erlen. (Bild: Hannelore Bruderer)

Zwei Spielerinnen auf der Anlage des Golfclubs Erlen. (Bild: Hannelore Bruderer)

ERLEN. Das dritte Jahr in Folge führten die Golferinnen des Golfclubs Erlen kürzlich zum Saisonende ein Wohltätigkeitsturnier durch. Bereits während des Jahres hatten Captain Patricia Amonini und Vize-Captain Nicole Fischer pro Teilnehmerin an den Turnieren je einen Franken in die Spendenkasse gelegt.

Am Tag des Ladies-Charity-Turniers, eines Anlasses ohne Handicapwertung, wuchs dieser Betrag dann um ein Mehrfaches an. Waren es im letzten Jahr Ballone gewesen, so war es heuer eine rote Schnur, die zusätzlich Geld in den Spendentopf schwemmte. Diese Schnur konnten die Spielerinnen zu Beginn des Turniers pro Meter erwerben. Die Idee dahinter: Landet ein Schlag an einer Stelle, von wo aus der Ball nur schwer weiterzuspielen ist, darf die Spielerin den Ball besser plazieren. Für die Distanz zwischen der ursprünglichen und der neuen Position des Balles muss sie aber ein Stück Schnur opfern.

Bis in den Abend hinein

34 Golferinnen, gleich viele wie im Vorjahr, nahmen diesmal am Turnier teil. Weitere Golferinnen besuchten den Anlass am Abend im Restaurant des Golfclubs Erlen. Mit Spenden und dem Kauf von Losen leisteten auch sie einen Beitrag.

Zum Kreis der Frauen gesellten sich auch zwei Männer: Peter Schumacher, Leiter des Wohnheims Sonnenrain in Zihlschlacht, und Heimbewohner Marc Haltiner. Haltiner war Redaktor bei der Thurgauer Zeitung, bevor ihm das Schicksal ein neues Leben aufzwang. Das Schreiben ist aber immer noch seine Passion, und so wird er über die Spendenaktion der Golf-Ladies in der Hauszeitung «Sonnenrain-Post» berichten.

Im Wohnheim hat Haltiner ein weiteres Talent entdeckt. Er singt im hausinternen Chor The Wheelchairs. Bewohner und freiwillige Helfer haben diesen Chor mit instrumentaler Begleitung vor einigen Jahren ins Leben gerufen. Das menschliche Gehirn sei ein erstaunliches Organ, sagt Heimleiter Peter Schumacher. Auch wenn Teile davon geschädigt sind, seien Menschen mit solchen Verletzungen immer noch lernfähig. «Musik weckt Empfindungen. Sie ermöglicht unseren Bewohnern, Gefühle auszudrücken und das Gehirn zu trainieren», erklärt Schumacher. Derzeit singen acht Bewohner im Chor mit. Gelegentlich treten The Wheelchairs an Festen oder bei Veranstaltungen auf.

Verstärkte Stimmen

Bedingt durch die Hirnverletzung oder auch durch das Älterwerden, lässt die kräftige Stimme bei einigen Sängerinnen und Sängern nach. Mikrophone sind nötig und Monitore vor dem Chor, damit sich alle hören können. Kontrollmonitore fehlen ganz, die wenigen vorhandenen Mikrophone reichen nicht mehr aus. «Vieles, aber leider nicht solche Hilfsmittel werden von den sozialen Institutionen bezahlt», sagt Peter Schumacher. «Deshalb sind wir für diese Anschaffung auf Spenden angewiesen.»

Über 7000 Franken gesammelt

Ein symbolischer Check für die Übergabe war vorbereitet, den Betrag fügte Vize-Captain Nicole Fischer erst am Ende des Abends ein – nachdem auch die allerletzte Möglichkeit zum Spendensammeln ausgeschöpft war. Mit Patricia Amonini entrollte sie den Check, auf dem die stolze Summe von 7460 Franken aufgeführt war. Mit diesem Betrag haben die Erler Golferinnen die Spendenerlöse der beiden Vorjahre erneut übertroffen.