Gold dem einen, Luftfahrt dem anderen

Mit dem Superlotto poliert der Amco die Rechnung des Moto-Cross auf. So ist der Organisator nicht nur vom Wetter abhängig. Dem Publikum gefällt das Spiel.

Manuel Nagel
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Die Nummern werden zur Sicherheit auf einem separaten Blatt abgestrichen. (Bild: Manuel Nagel)

Die Nummern werden zur Sicherheit auf einem separaten Blatt abgestrichen. (Bild: Manuel Nagel)

Am Freitagabend rief der Auto- und Motor-Sportclub Oberthurgau (Amco) zum Moto-Cross-Superlotto, und über 250 Spieler sind gekommen. Bereits wenige Minuten und 15 Zahlen nach Beginn tönte erstmals «Lotto!» durch das Pentorama. Bis zum Ende des Abends musste Lottier René Bruderer noch weitere 807 Zahlen aufrufen. Immer zuerst Mundart und dann Hochdeutsch. «Damit es keine Missverständnisse gibt», erklärt Bruno Siegenthaler, sozusagen der Vater des Moto-Cross-Superlottos, der nach dem abgesagten Moto-Cross-Rennen im Jahre 1993 bestrebt war, auch noch andere Finanzquellen für den Verein zu erschliessen, die nicht wetterabhängig sind.

Zunehmend jüngere Spieler

Zu Beginn seien es vor allem ältere Lottospieler gewesen, doch in den letzten Jahren seien zunehmend jüngere Personen gekommen, die einmal einen anderen Ausgang erleben wollten. Von 6 bis 90 Jahren war dann an diesem Abend auch die ganze Alters-Bandbreite vorhanden. Sie hätten immer tolle Preise, das würde sich herumsprechen. Gegenstände mit einem Wert von über 8000 Franken stehen an diesem Abend auf der Bühne. «Vor allem brauchbare Preise», wie Siegenthaler betont. Bislang habe es auch nie wirklich Probleme gegeben. Nur einmal seien dem Lottier die Steine mit den Zahlen vom Tisch geflogen und man habe danach nicht mehr eruieren können, welche Zahlen schon gezogen wurden. Seither hätten sie jeweils einen Mann an der Seite des Lottiers, der die Nummern zusätzlich auf einem Blatt abstreicht. Diese Arbeit übernimmt Bruno Rüegg. „Unser Notar in Anführungs- und Schlusszeichen“ wie Siegenthaler schmunzelnd meint.

«Die sind fast zu anständig»

Auch an diesem Abend treten keine nennenswerten Probleme auf. Lediglich in der sechsten Runde gibt es kurzzeitig eine Verwirrung, weil eine Gewinnerin zu wenig laut Lotto gerufen hat. «Die müssten doch lauter rufen, wenn sie gewonnen haben. Die sind fast zu anständig», meint Felix Indergand, Amco-Präsident. Eine Viertelstunde nach Mitternacht wird die letzte Zahl des Abends gezogen. Auf die Nummer «Fünf» heisst es zweimal «Lotto!». Es muss somit ausgelost werden, wer die Ballonfahrt plus die 10 Gramm Gold gewinnt. Doch die beiden Spieler einigen sich bereits auf dem Weg zur Bühne: Der eine nimmt das Gold, der andere geht in die Luft.

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