GÖTIGHOFEN: Noch ist nichts entschieden

Die Behörde der Primarschule spricht sich klar gegen die Gründung einer Volksschulgemeinde aus. Unter den Schulbürgern gibt es aber auch Befürworter.

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Nicht nur in Sulgen (siehe Thurgauer Zeitung vom 18. Januar), sondern auch in Götighofen nutzten rund zwei Dutzend Schulbürger die Möglichkeit, vor der Abstimmung über die Bildung einer Volksschulgemeinde Informationen aus erster Hand zu erhalten.

Nachdem Ernst Baumann, der Präsident der Arbeitsgruppe zur Bildung einer Volksschulgemeinde (VSG), das Resultat ihrer Arbeit präsentiert hatte, legte Thomas Müller, Präsident der Primarschulgemeinde Götig­hofen, dar, weshalb seine Schulbehörde gegen eine Fusion ist. Es gäbe keine Garantie für den Standorterhalt, die pädagogische Vielfalt würde möglicherweise eingeschränkt, die Steuerbelastung erhöhe sich, und die Sondereinnahmen, die sich die Schule in den letzten Jahren erarbeitet hat, stünden nicht mehr ihrem Schulstandort zur Verfügung, lauteten Müllers Hauptargumente gegen den Zusammenschluss.

Der Schulpräsident legte mit Prognosen über die Entwicklung der Finanzen, der Investitionen und der Schülerzahlen dar, dass die Götighofer Schule die Zukunft gut allein meistern könne.

Warnung vor dem Weg in eine Sackgasse

Fritz Huber, ehemaliger Schulpräsident von Götighofen, kritisierte, dass in der Botschaft der Schulbehörde kein einziger Punkt aufgeführt werde, der für die Gründung einer VSG spricht. «Kleine Standorte haben innerhalb einer VSG gute Karten», sagte er. «Es stimmt, die aktuelle Finanzlage ist in der Schulgemeinde gut, und wir haben keine Not, die einen Zusammenschluss erfordert. Wir müssen aber in die Zukunft schauen. Ich meine, die führt bei einem Alleingang in die Sackgasse.» Für ihn stünden die Schüler und die Schule im Vordergrund und nicht die Unabhängigkeit und die Finanzen.

Das sehe auch er so, sagte Schulleiter Hans-Jörg Besimo. «Wir haben ein anderes pädagogisches System und Förderkonzept als die anderen beiden Primarschulen und somit andere Bedürfnisse bei der Personalentwicklung», gab er zu bedenken.

«Ohne Geld gibt es auch keine gute Pädagogik», argumentierte Kilian Zwick mit Blick auf den Finanzplan im Entwurf der Arbeitsgruppe, in dem mit steigenden Kosten gerechnet wird. Zwick wollte auch wissen, ob etwas Wahres am Gerücht sei, dass die Schule Götighofen als idealer Ort gälte, um schwer integrier­bare Schüler aufzunehmen. So etwas sei nie andiskutiert worden, versicherte Baumann.

Alex Granato meinte, dass jetzt der richtige Zeitpunkt sei, das Vorhaben Volksschulgemeinde anzupacken. Nicht nur schwer integrierbare, sondern auch hochbegabte Schüler könnten in einer VSG besser gefördert werden, sagte Bruno Schneider. Hans-Jörg Besimo meinte, dass sich die Schule Götighofen dank der guten Finanzlage Sonderanstellungen leisten könne.

Hannelore Bruderer

bischofszell

@thurgauerzeitung.ch