Glauben oder nichtglauben

Wer bei uns an der Türe klingelt, hat mindestens Anspruch auf ein Glas Wasser. Denn Besucher sind bei uns immer gerne willkommen.

Elif Beyanzcengiz
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Wer bei uns an der Türe klingelt, hat mindestens Anspruch auf ein Glas Wasser. Denn Besucher sind bei uns immer gerne willkommen.

Vor kurzem war eine ältere Dame mit einem jüngeren Herrn unterwegs. Sie klingelten bei uns und baten um einige Minuten Aufmerksamkeit. Ich war den beiden des öfteren in Romanshorn begegnet. Ich bat sie herein, und bot ihnen etwas zu trinken an. Sie traten ein, lehnten jedoch mein Angebot ab. Als sie mir einen Prospekt aushändigten, stellte sich heraus, dass meine Vermutung über diese Leute stimmte: nämlich, dass sie für ihren Glauben unterwegs waren.

Interessant fand ich, dass diese ziemlich freundlich waren. Nachdem sie jedoch ihre Mienen auffällig verzogen, sogar mürrisch wurden, als sie merkten, dass wir naiv genug waren, fremden Leuten unsere Tür zu öffnen, jedoch nicht naiv genug, um alles zu akzeptieren, was uns vorgetragen wird.

Es ist ein allgemeines Problem unserer Gesellschaft, dass wir nicht immer verstehen, dass unsere Meinung oder Denkweise, die wir mit Leid und Kraft vertreten, nicht von der Gegenpartei akzeptiert wird. Dabei vergessen wir, dass jede Person eine eigene Meinung haben darf. Man muss ja nicht alles akzeptieren, was man versteht . . . Man muss nicht alles gutheissen, was im Namen der Religion gemacht wird, an die man glaubt . . . Man muss nicht Charlie sein, um ein Fehlverhalten zu bedauern!