GLASFASERNETZ: Sommerer wollen schnell surfen

Beinahe einstimmig votierten die Stimmbürger von Sommeri an der Gemeindeversammlung für ein eigenes Glasfasernetz. Als Partner haben sich die Sommerer die Frauenfelder Firma Leucom ausgesucht, die sich ebenfalls finanziell am Ausbau des Netzes beteiligt.

Manuel Nagel
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Der Gemeinderat mit der stehenden Präsidentin Priska Rechsteiner warb für das Glasfasernetz in Sommeri. (Bild: Manuel Nagel)

Der Gemeinderat mit der stehenden Präsidentin Priska Rechsteiner warb für das Glasfasernetz in Sommeri. (Bild: Manuel Nagel)

SOMMERI. «Es sind schon etwas mehr Leute als sonst», konstatierte Sommeris Gemeindepräsidentin Priska Rechsteiner. Von 386 Stimmberechtigten fanden 46 den Weg in den «Löwen», um die Jahresrechnung 2015 zu genehmigen und um über den Bau eines gemeindeeigenen Glasfasernetzes abzustimmen.

Kosten meist unter Budget

Die Gemeinderäte Armin von Holzen, Joe Oswald, Martin Roth und Ruedi Roffler berichteten aus ihren Ressorts und konnten gleich mehrmals vermelden, dass die Kosten niedriger ausfielen als budgetiert. Lediglich bei der nicht geplanten Wasserleitungssanierung an der Aspenstrasse wurde das Budget überschritten. Der Nachtragskredit von rund 50 000 Franken wurde jedoch ebenfalls klar genehmigt.

Netz soll auch genutzt werden

Mit Spannung wurde jedoch das «Traktandum 7» erwartet. Die Gemeindebehörde ersuchte um eine Ermächtigung, mit der Frauenfelder Firma Leucom Stafag AG eine einfache Gesellschaft zu gründen, die in Sommeri ein Glasfasernetz aufbauen soll.

«Wir haben uns für das Modell <Mitinvest> entschieden», erläuterte Priska Rechsteiner. Leucom wolle sich mit einem Drittel beteiligen, sagte das Gemeindeoberhaupt und verriet auch gleich den Gedanken dahinter: «Wir wollen, dass das Glasfasernetz nicht nur gebaut, sondern auch genutzt wird.» Dadurch, dass sich Betreiber Leucom am Netz beteilige, sei gewährleistet, dass sie auch Netznutzer ins Boot holen wollten.

Weniger Kosten für Gemeinde

Zudem entstünden der Gemeinde auch weniger Kosten, wenn sie von den 1,5 bis 1,8 Millionen lediglich zwei Drittel bezahlen müsse. Deshalb sehe der Gemeinderat nur Vorteile.

Eine gewisse Skepsis war bei den Stimmbürgern auszumachen. Ein Landwirt eines abgelegenen Hofes bezweifelte, dass er überhaupt je ans Glasfasernetz angeschlossen werde. Priska Rechsteiner entgegnete darauf, dass man auch bei ihm eine Lösung finden werde, wenn er sich denn wirklich ans Glasfasernetz anschliessen wolle. Und Gemeinderat Roth meinte gar zum besagten Landwirt, was «ganz sicher sein dürfte, dass die Swisscom nie zu dir rauskommt».

Nur zwei Gegenstimmen

Mit nur zwei Gegenstimmen votierten die Sommerer schliesslich für das Zusammengehen mit Leucom und die Gründung einer gemeinsamen Gesellschaft.

«Wir wollen vorwärtsmachen», bekräftigte die Gemeindepräsidentin, auch wenn sie noch nicht genau sagen könne, wann mit dem Bau des Netzes begonnen werde. «Aber in acht Jahren wollen wir alle Bewohner angeschlossen haben, die das auch wünschen.» Und Rechsteiner zeigte sich überzeugt, dass sie auch bei den Preisen konkurrenzfähig sein werden.