Getrübte Stimmung

Randnotiz

Jacqueline Rutishauser
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Ausnahmezustand in Amriswil. Morgen und Samstag findet wieder das alle zwei Jahre ausgetragene Strassenfest statt. Als ich 1999 meine Stelle bei Marianne Nagel in der Buchhandlung und Papeterie antrat, war gerade das riesige Spektakel der 1200-Jahr-Feier über die Bühne gegangen und das Strassenfest war geboren. Ganz ehrlich, bis dahin war mir als gebürtiger Weinfelderin Amriswil gänzlich unbekannt und ich hatte damals auch nicht die Absicht, mich hier niederzulassen. Doch es kommt ja meistens anders, als man denkt …

18 Jahre später steht bereits das neunte Strassenfest vor der Tür. Ich freue mich riesig darauf, diesen Anlass mit meiner Familie und Freunden zu besuchen und bin schon sehr gespannt auf das Programm, welches die Organisatoren für die hoffentlich zahlreichen Besucher zusammengestellt haben.

Leider wird meine Stimmung etwas getrübt, wenn ich am Gebäude an der Bahnhofstrasse 5 vorbeigehen muss, in dem ich fast zwölf Jahre als Teil eines tollen Frauenteams gearbeitet habe. Dieses Haus steht nun schon bald zweieinhalb Jahre leer und bröckelt vor sich hin. Traurig, ein Haus an bester Lage einfach sich selbst zu überlassen, welches bestenfalls noch als Pissoir am Strassenfest dient.

Jacqueline Rutishauser