Gesunde Vögel fliegen

ARBON. In der Arboner Schauvoliere beim Pärkli leben rund 150 Vögel. Sie spüren den Frühling, deshalb gibt es regelmässig Nachwuchs. Betreut werden die Tiere seit Jahren von Heinrich Müller aus Steinach.

Michèle Vaterlaus
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Heinrich Müller in der Voliere beim Pärkli in Arbon. (Bilder: Michèle Vaterlaus)

Heinrich Müller in der Voliere beim Pärkli in Arbon. (Bilder: Michèle Vaterlaus)

Es zwitschert laut zwischen dem Polizeiposten und dem Restaurant Krone in Arbon. Dort steht eine riesige Voliere – eine Schauvoliere. Rund 150 Vögel leben darin. Eine kunterbunte Federmischung von Wellensittichen, Nymphensittichen, ein Mohrenkopf-Papagei, ein Diamanttäubchen, Zebrafinken und Wachteln.

Die Vögel spüren den Frühling

Manchmal werden es aber noch mehr Vögel, besonders jetzt im Frühling. «Das sind zwar keine Zuchtvögel, aber es passiert halt, die Vögel pflanzen sich fort», sagt Heinrich Müller aus Steinach. Er betreut mit Hans Ulmann die Voliere. Beide sind Mitglieder im Ziervogel-Verein Neophema Amriswil. Dieser Verein betreibt im Auftrag der Stadt Arbon die Voliere. «Wir sorgen dafür, dass in der Voliere etwas lebt», sagt Müller.

Im Jahr bekommen die Vögel in der Voliere um die 30 Junge. «Diese geben wir weiter, manchmal kommen Kinder mit ihren Eltern und holen ein Vögeli ab», sagt Müller. Umgekehrt bringen Leute auch ihre Vögel in die Voliere. «Das machen sie, wenn sie die Vögel nicht behalten können», sagt Müller. Das sei quasi das Gnadenbrot, denn würden die Vögel freigelassen, würden sie in der Natur nicht lange überleben. «Diese Tiere sind aber vielfach schon alt und leben auch in der Voliere nicht mehr lange.»

Kanarienvögel singen schön

Heinrich Müller ist seit rund 18 Jahren für die Voliere in Arbon zuständig. «Damals wurden Hans Ulmann und ich einfach für diese Aufgabe bestimmt», sagt er. Doch die Vögel seien seine Leidenschaft.

Vor 30 Jahren hat er mit zwei Ziervögeln angefangen zu züchten. «Das ist spannend, jeder Vogel ist anders», sagt er. So sei zum Beispiel der Zebrafink ein robuster Vogel. «Auf den kann man fast drauftreten, und der fliegt immer noch», sagt Müller lachend. Er selbst mag den Kanarienvogel am liebsten. Mittlerweile hat er etwa 30 davon zu Hause. «Das ist im Gegensatz zum Zebrafinken ein zarter Vogel. Er singt sehr schön und ist nicht einfach zu züchten», sagt er. Diese Zucht brauche besonders viel Fingerspitzengefühl, und genau das sei das Spannende an der Sache.

In der Voliere hat Müller auch mal eine Taube grossgezogen und dann wieder ausgewildert. «Sie ist lange wiedergekommen. Ich habe ihr deshalb extra ausserhalb des Käfigs einen Ast angebaut.» Doch jetzt sei sie schon lange nicht mehr vorbeigekommen.

Gefahr lauert in der Nacht

Die Vögel leben sommers wie winters in der Voliere. «Der hintere Teil ist geschlossen und auch im Winter bis auf 15 Grad geheizt. Dort können die Tiere jederzeit rein, wenn es ihnen zu kalt ist», sagt Müller. Die Gefahr ist nicht die Kälte, sondern die Nacht:

Während in der Natur vor allem Katzen eine Bedrohung für Vögel sind, sind es in der Voliere die Marder. «Die Krummschnäbel, die wir hier vor allem haben, sitzen gerne am Gitter. Sie krallen sich fest und schlafen so», sagt Müller. In der Nacht kommen die Marder, klettern am Gitter hoch und schnappen nach den Füsschen der Vögel. «Die ziehen so fest, dass sie den Tieren die Beinchen ausreissen», sagt Müller. Zwei Tiere, die in der Voliere leben, haben deshalb nur noch ein Bein.

Gesunde Vögel sind in der Höhe

Müller wendet etwa drei Stunden Arbeit pro Woche für die Voliere auf. «Ich muss Futter kaufen und vorbeibringen. Und am Samstag wird jeweils geputzt», sagt er. Er achtet darauf, ob es den Vögeln gutgeht. Jedesmal, wenn er zur Voliere komme, schaue er auf den Boden des Käfigs. «Kranke Vögel sind am Boden, nur gesunde trifft man in der Höhe.»

Junge Wellensittiche

Junge Wellensittiche

Diamanttaube

Diamanttaube

Ziegensittiche

Ziegensittiche

Blaue Wellensittiche

Blaue Wellensittiche

Mohrenkopf-Papagei

Mohrenkopf-Papagei