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Gesünder leben leicht gemacht

KREUZLINGEN. Welche Vorteile hat eigentlich eine vegane Ernährung? Auf solche Fragen gibt die Vereinigung «inFact Lifestyle» Antwort. Mit Gratis-Workshops will die Gruppe Mitmenschen zu einem nachhaltigen Lebensstil motivieren.
Anna Hug
Eine Gruppe von «inFact Lifestyle» macht gemeinsam Sport am See. (Bild: pd)

Eine Gruppe von «inFact Lifestyle» macht gemeinsam Sport am See. (Bild: pd)

Das Projekt steckt noch in den Kinderschuhen, doch die Visionen sind bereits gross. «inFact Lifestyle» ist ein Zusammenschluss motivierter Leute, welche die Gesellschaft auf die Vorteile eines gesünderen und nachhaltigen Lebensstils aufmerksam machen wollen. Zurzeit wirkt die Gruppe in Kreuzlingen und Konstanz. Anhand von kostenlosen Workshops zeigt das Team Interessierten, wie sich ihre Lebensweise zum Positiven verändern lässt. Alle Mitglieder arbeiten auf freiwilliger Basis für das Projekt, damit die Angebote auch in Zukunft kostenfrei bleiben.

Im letzten Herbst haben sich Stefan Kunze und zwei Kollegen an einer «imp!act»-Ausbildung der Sozialorganisation «Euforia» in Zürich gefunden. Diese viertägigen Ausbildungen sind auf junge Leute ausgelegt, die gemeinsam globale Herausforderungen anpacken wollen. Mit Hilfe von Experten können die Teilnehmer realistische Projekte erarbeiten und schliesslich in Angriff nehmen. Die Vorstellungen der drei passten zusammen, und so erstellten sie in vier Tagen das Konzept für «inFact Lifestyle».

Über Region Bodensee hinaus

Nach Kreuzlingen und Konstanz gelangte die gemeinnützige Vereinigung, weil Kunze und sein Kollege Lorenz aus dieser Region stammen. Die meisten Workshops finden auch in diesen beiden Städten statt. Doch die Pläne reichen weiter. Ziel ist es, über die Region Bodensee hinaus Menschen zu erreichen. Dazu sollen gegen Ende Jahr Online-Seminare auf der Website der Organisation aufgeschaltet werden. «Wir wollen auch überregional Menschen unseren Lebensstil aufzeigen. <Webinare> ermöglichen uns dies. Des weiteren können wir so auch Meinungen von Experten zeigen, welche zu weit weg leben, um sie persönlich zu Workshops einzuladen», sagt Stefan Kunze. Langfristig sind sogar Seminare in Firmen und Schulen als auch eine Smartphone-App geplant. Sie soll im Alltag helfen, ohne grossen Aufwand nachhaltig einzukaufen. Momentan hilft die Organisation bei dieser Hürde mit dem Workshop «Nachhaltig und gesund einkaufen» und zeigt, worauf der Käufer im Supermarkt achten sollte. Interessierte lernen im Anschluss auch, wie man das Eingekaufte verarbeitet.

Auch Sportkurse im Angebot

Nicht nur die Ernährung spielt bei «inFact Lifestyle» eine Rolle. «Wir wollen alle Bereiche, die zu einem gesünderen Leben beitragen, abdecken. Deshalb haben wir auch beispielsweise kostenlose Sport- und Yogakurse im Angebot», sagt Gründungsmitglied Kunze. Neben Yoga will das Team weitere «Entschleunigungskurse» ins Programm nehmen, um zu einem stressfreien und entspannten Leben beizutragen. «Pro Kurs haben wir bis zu zehn Teilnehmer. Interessant ist, dass es nicht immer dieselben und immer sehr unterschiedliche Personen sind.» Vom Studenten bis zum Immobilienmakler ist alles mit dabei– bei den Workshops treffen Menschen aus verschiedenen sozialen Schichten und Generationen aufeinander.

Stefan Kunze setzt sich zurzeit mit Kollegin Susanna Güttler am meisten für das Projekt ein. Seine Überzeugung für einen nachhaltigen und gesunden Lebensstil gewann er im Jahr 2012, als bei ihm die unheilbare Nervenkrankheit multiple Sklerose diagnostiziert wurde. Ein aus eigenen Arbeitserfahrungen angeeignetes Misstrauen in die Pharmaindustrie veranlasste ihn dazu, auf Medikamente zu verzichten. Stattdessen stellte der 27-Jährige seine Ernährung um. Er setzte auf eine vegane Lebensweise. Ein halbes Jahr nach der Umstellung konnte sein Arzt keine Anzeichen der Krankheit mehr erkennen. Dies blieb bis heute in allen folgenden Kontrollen so.

Positiv auf Thema hinweisen

«inFact Lifestyle» hat schon verschiedenen Leuten geholfen, ihr Leben umzustellen. «Wir wollen die Leute nicht belehren, sondern vielmehr eine Vorbildfunktion einnehmen», sagt Kunze. «Neugierige kommen von alleine, und niemand wurde bisher rückfällig. Nicht zuletzt, da sich in den letzten Jahren ein intensiveres Bewusstsein für den ungesunden Lebensstil, den viele pflegen, entwickelt hat.» Das Team will die Gesellschaft positiv auf das Thema aufmerksam machen. Schreckensbilder von Tieren werden nicht gezeigt, um Anreiz für eine Veränderung zu schaffen. Vielmehr will das achtköpfige Team auf Fakten setzten. Daher kommt auch der Name der Vereinigung.

Die Finanzierung des Projekts läuft bis anhin aus der eigenen Tasche. «Wir schreiben momentan ganz klar rote Zahlen. Es läuft alles auf freiwilliger Basis, und viele sind nebenher noch berufstätig.» In Zukunft will das Team auf grössere Spendengelder von Unternehmen oder Privatpersonen setzen können, damit weiterhin jeder kostenfrei am Programm teilnehmen kann.

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