Geste kann Wunder bewirken

Regierungsrätin Cornelia Komposch nahm gestern am Dialog-Gottesdienst in Kreuzlingen teil. Sie rief dazu auf, Fremden offen und tolerant zu begegnen.

Manuela Olgiati
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Regierungsrätin Cornelia Komposch im Gespräch mit Damian Brot. (Bild: Manuela Olgiati)

Regierungsrätin Cornelia Komposch im Gespräch mit Damian Brot. (Bild: Manuela Olgiati)

KREUZLINGEN. Pfarrer Damian Brot freute sich am gestrigen Laiensonntag über seinen Gast. Er führte zum Thema «Fremden begegnen» mit Regierungsrätin Cornelia Komposch Gespräche über Gott. Es sei ein ungewohntes Gefühl, in der Kirche zu predigen, dennoch habe sie spontan zugesagt, sagte die Chefin des kantonalen Departementes für Justiz und Sicherheit. Eine lebendige Kirche erlebte sie selber durch das Elternhaus. Als Sonntagsschullehrerin in Herdern war es ihr wichtig, den Kindern Bibelgeschichten spür- und erlebbar zu vermitteln. Die Predigt sei ein Auftanken für den Alltag.

Gefühl von Helfen oder Missmut

In ihrer Predigt sprach Komposch von der Haltung, die jeder gegenüber Fremden empfinde. Die Begegnung mit Menschen und Kulturen, die anders seien, rufen ambivalente Gefühle hervor: Sehnsucht und Angst. Erinnerungen an Ferienaufenthalte machten vieles leichter als Menschen zu sehen, die auf der Flucht sind und Tragödien verkraften müssen.

Würdigung von Jugendlichen

Die Regierungsrätin würdigte die Jugendlichen der Sekundarschule Kreuzlingen, die in einer Aktion Brettspiele zusammen mit jungen Asylsuchenden entworfen und gestaltet haben. Im Dialog mit Jugendarbeiter Jmerio Pianari erzählten Dominik Schärli, Martin Schneeberger und Zahai Hebeisen von Freundschaften, die entstanden sind. Der Glaube und die Gastfreundschaft kann Menschen von der Angst befreien. «Kommen Sie mit Fremden ins Gespräch», ermunterte Komposch. Eine Geste, ein paar Worte oder eine Einladung zu einem Essen können bereits kleine Wunder bewirken.