Gestalten, nicht drauflosbauen

Stadtrat Ernst Zülle und Bauverwalter Heinz Theus referierten bei der VHS Kreuzlingen über die städtebauliche Entwicklung und laufende Projekte.

Nicole D'orazio
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Ernst Zülle Stadtrat Kreuzlingen Departement Bau (Bild: Reto Martin)

Ernst Zülle Stadtrat Kreuzlingen Departement Bau (Bild: Reto Martin)

KREUZLINGEN. Im Jahr 2030 wird Kreuzlingen rund 30 000 Raumnutzer haben, 2040 33 000. Heute sind es 24 000. «Das sagen Berechnungen voraus», erklärte Bau-Stadtrat Ernst Zülle am Mittwochabend im Torggel Rosenegg, wo er zusammen mit Bauverwalter Heinz Theus auf Einladung der Volkshochschule Kreuzlingen über die städtebauliche Entwicklung sprach. «Um uns für diesen weiteren Zuwachs an Einwohnern und Unternehmen zu wappnen, müssen wir in die Verdichtung der Stadt investieren.»

Dank des Hochhauskonzepts habe man Gebiete definiert, in denen hohe Häuser bis zu 40 oder 28 Meter erlaubt seien. «Dank der Hochhäuser erhalten wir rundherum mehr Grünflächen», sagt Zülle. Für jedes dieser Projekt sei ein Gestaltungsplan und ein Wettbewerb nötig. Im Wolfacker und im Gebiet Löwen/Sallmann könnten bald Hochhäuser entstehen, blickte er voraus. «Im Wolfacker ist man noch im Einspracheverfahren, beim <Löwen> sind sich die Grundeigentümer nicht einig.»

Quartiere werden geschützt

Heinz Theus erklärte, welche älteren Quartiere in der Stadt mit ihren markanten Bäumen und Grünflächen durch eine Gestaltungsplanpflicht besonders geschützt werden. «Der Juryentscheid des Studienauftrags Kurzrickenbach wird bald öffentlich gemacht», sagte er. «Oder dem Schloss Bernegg soll zum Beispiel auch mehr Raum gegeben werden.»

Ortsplanung bis 2017 fertig

Derzeit sei man mitten in der Ortsplanungsrevision, sagte Zülle. «Wir hoffen, dass wir Ende 2017 fertig sind. Dann sollte die Ortsplanung wieder für zehn bis fünfzehn Jahre aktuell sein.» Die Mitarbeiter der Bauverwaltung und die Stadtbildkommission würden stark darauf achten, dass sie die Stadt mitgestalten und nicht einfach drauflos gebaut werde. «Wir sind daran, eine schöne Stadt zu machen», fand Zülle.

Ein Zuhörer wollte wissen, wie man als Eigentümer mit einem Gestaltungsplan umgehen müsse. «Eigentümer werden in die Jury mit einbezogen, aber nicht alle mit Stimmrecht», antwortet Zülle. Es ginge beim Bauen oftmals um Interessenkonflikte. Man müsse deswegen immer zusammen einen Konsens finden, ergänzte Theus.

Private Tiefgarage im Bau

Ein anderer Zuhörer wollte wissen, was im Bereich Hafenstrasse und Hafenbahnhof gebaut werde. «Dort entsteht eine zweistöckige Tiefgarage der Stromeyer AG», sagte Zülle. Die Parkplätze würden wahrscheinlich fest vermietet und nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Der Kanton habe die Zufahrt so bewilligt, die Stadt habe damit nichts zu tun.

Heinz Theus Bauverwalter Kreuzlingen (Bild: pd)

Heinz Theus Bauverwalter Kreuzlingen (Bild: pd)

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