Geschichten und Gaumenfreuden

Romanshorn hat in historischer und kulinarischer Hinsicht einiges zu bieten. Das erfuhren Interessierte an einer speziellen Führung.

Markus Bösch
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Reichgedeckte Tafel: Ruedi Meier unterhält sich mit Teilnehmerinnen der kulinarischen Kulturführung. (Bild: Markus Bösch)

Reichgedeckte Tafel: Ruedi Meier unterhält sich mit Teilnehmerinnen der kulinarischen Kulturführung. (Bild: Markus Bösch)

ROMANSHORN. Mitte des 19. Jahrhunderts brachte die Wende für Romanshorn: Mit dem Bau der Eisenbahn entwickelte sich der Hafen und damit der ganze Ort. Viele Menschen legten damals Hand an, und entsprechend viele Wirtschaften und Beizen entstanden.

Vom Bahnhof über das Hafengelände führte Ruedi Meier am Samstag die acht Teilnehmer der zweiten, kulinarischen Führung hinauf zur Alten Kirche und dann wieder an den See.

«1855 kam die Bahn, vor allem für den Gütertransport. Heute ist Romanshorn der grösste Bahnhof im Thurgau und ein Verkehrsknotenpunkt, der sich sehen lassen kann.» Bald kam der Hafen dazu, der Schiffsverkehr mit Ledinen und Dampfschiffen, der Trajektverkehr nach Friedrichshafen und Lindau und zum Schluss die Autofähre.

Im Restaurant Schiff wurde die Vorspeise serviert: frittierte Champignons mit Salatgarnitur und Süssmost, dazu informierte Meyer über die Ernährung der Menschen vor 150 Jahren. Auf dem Tischset waren historische Fakten und Bilder zusammengetragen, genauso wie im «Tribeca», dem ehemaligen Hotel-Restaurant Schloss: Während und nach dem Hauptgang – gebratene Forellenfilets mit Gemüse, Salzkartoffeln und Weisswein – hatten die Teilnehmer aus Romanshorn, Kesswil und Neukirch Gelegenheit, ehemalige Beizen und Wirtschaften auf historischen Bildern zu lokalisieren.

Vor dem Apfel-Zimt-Parfait-Dessert im Bistro Panem atmeten sie Geschichte in der Alten Kirche, wo heute Hochzeiten, Konzerte und besondere Gottesdienste stattfinden.

Ausgewählt worden sind die drei Restaurants aufgrund ihrer historischen Bedeutung für Romanshorn und ihrem Angebot, sagte Meier. Den Teilnehmern schmeckte es sichtlich, und die geschichtlichen Ausführungen riefen in ihnen eigene Erinnerungen wach.