Germann folgt auf Saxer

ROMANSHORN. Die FDP Romanshorn hat einen neuen Präsidenten. Arno Germann übernimmt das Amt von Gustav Saxer. Die Partei wirft dem Stadtrat im Zusammenhang mit der neuen Gemeindeordnung Mutlosigkeit vor.

Markus Schoch
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Arno Germann Neuer Präsident der FDP Romanshorn (Bild: Markus Schoch)

Arno Germann Neuer Präsident der FDP Romanshorn (Bild: Markus Schoch)

ROMANSHORN. Er wollte die Partei nur ein Jahr führen, tat es dann aber 20 Monate: Am Montagabend ist Gustav Saxer als Präsident der FDP Romanshorn zurückgetreten, da er seit längerem in St. Gallen wohnt. Aus dem gleichen Grund hatte er bereits das Präsidium der Sekundarschulgemeinde abgegeben.

Für Kontinuität ist gesorgt: Als Nachfolger des Prorektors der Kantonsschule Romanshorn wählten die 15 anwesenden Mitglieder den Rektor der Kantonsschule Kreuzlingen, Arno Germann. «Es ist mir bewusst, dass ich in grosse Fussstapfen trete», sagte der neue starke Mann bei der FDP Romanshorn.

«Kleinerer Rohrkrepierer»

Viel zu reden gab an der Versammlung insbesondere die überarbeitete Gemeindeordnung. Die Revision zeuge von einer gewissen Mutlosigkeit des Stadtrates, meinten verschiedene FDP-Mitglieder. Saxer sprach sogar von einem «kleineren Rohrkrepierer». Obwohl die meisten Parteien in der Vernehmlassung eine Verkleinerung des Stadtrates und der Einbürgerungskommission verlangt hätten, wolle sich die Behörde jetzt auf rein sprachliche Korrekturen im Zusammenhang mit dem neuen Selbstverständnis als Stadt beschränken, kritisierten mehrere Versammlungsteilnehmer. Die FDP will dem Stadtrat an der Gemeindeversammlung vom 19. Mai aber keine Beine machen, sondern vertraut auf das Versprechen der Behörde, innert angemessener Frist eine Vorlage auszuarbeiten entsprechend dem Willen der Parteien. Geprüft werden soll in diesem Zusammenhang auch die Einführung eines Parlaments.

Stadt erhält öffentlichen Raum

Eine längere Diskussion löste auch der geplante Beitrag der Stadt von maximal 600 000 Franken an den Bau einer Plattform mit Anlegestelle der Schweizerischen Bodenseeschifffahrt aus. Aus liberaler Sicht sei es grundsätzlich heikel, wenn der Staat private Unternehmen unterstütze, meinte ein Parteimitglied.

Die Stadt erhalte als Gegenwert zusätzlichen öffentlichen Raum, entgegnete Stadtammann David H. Bon. «Zudem ist die Investition von volkswirtschaftlichem Nutzen, da Arbeitsplätze geschaffen werden.» Die Partei liess sich von dieser Argumentation überzeugen und stimmte dem Kredit einstimmig zu. «Die Plattform ist auch ein Pluspunkt im Hinblick auf den Standortentscheid für das kantonale Historische Museum im Massivlagerhaus», gab Heinz Loppacher zu bedenken.

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