Gerberei Gimmel übernimmt Gallusser

ARBON. Die Übernahme der Produktion der Bernecker Gerberei Eduard Gallusser AG durch die Max Gimmel AG bringt dem Arboner Unternehmen neue Märkte und einen Drittel mehr Umsatz. Produziert wird weiterhin an beiden Standorten.

Max Eichenberger
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Die Gerberei Max Gimmel AG in der Bleiche (Bild) übernimmt die Produktion der Bernecker Gerberei Gallusser. (Bild: Max Eichenberger)

Die Gerberei Max Gimmel AG in der Bleiche (Bild) übernimmt die Produktion der Bernecker Gerberei Gallusser. (Bild: Max Eichenberger)

In der Gerberei-Branche kommt es zu einem wirtschaftlichen Zusammenschluss: Die Arboner Gerberei Max Gimmel AG übernimmt Produktion und elf Mitarbeiter des traditionsreichen Bernecker Gerbereibetriebes Eduard Gallusser AG. Deren Inhaber Klaus Gallusser ist schon vor längerem an Max Gimmel im Hinblick auf eine Übernahmelösung herangetreten. Grund: die ungelöste Nachfolgeregelung im Rheintaler Familienbetrieb.

Sich ergänzende Märkte

«Was als gute Zusammenarbeit unter Gerberkollegen begann, findet nun eine Fortsetzung in der Zusammenführung der beiden Lederproduktionen», teilen Gallusser und Gimmel mit. Beide Firmen arbeiten in unterschiedlichen Segmenten. Das eröffnet Gimmel die Möglichkeit, die Nischenproduktion in neuen Marktfeldern breiter abzustützen.

Die Arboner Gerberei ist hauptsächlich im Polsterlederbereich tätig für die Möbel- und die Flugzeugindustrie. «Gallussers Hauptgebiet ist ein Markt, in dem wir heute noch nicht drin sind: er produziert Leder für den Outdoorbereich, Trekking- und Lederschuhe, und stellt Uhrenarmbänder her», sagt Max Gimmel.

Keine Standortkonzentration

Entsprechend unterschiedlich ist der Maschinenpark an beiden Orten eingerichtet. Mit der betrieblichen Zusammenlegung ergänzten sich die Produktionsgebiete.

Gimmel wird den Betrieb im Rheintal weiterführen und Leder unter eigenem Namen herstellen. Die Gerberei Gimmel AG kaufe nicht die Firma, präzisiert Gimmel, sondern übernehme das Maschinen- und Anlageninventar, ebenso die elf Mitarbeiterverträge.

Froh um «Schweizer Lösung»

In den Firmenliegenschaften in Berneck ist sie eingemietet.

Mittelfristig, ist auch Gallusser über die «Schweizer Lösung» froh, werde in Berneck «alles beim Alten bleiben». Als Betriebsleiter werde weiterhin Bernd Schwendinger die Produktion in Berneck führen. Im jetzigen Zeitpunkt jedenfalls, betont auch Max Gimmel, sei keine betriebliche Standortkonzentration vorgesehen. Neben Gimmel war Gallusser in der Ostschweiz die einzig verbliebene eigenständige Gerberei.

Ein Drittel mehr Umsatz

Der Zusammenschluss bedeutet für Gimmel ein zusätzliches Umsatzvolumen von 30 Prozent. Gallusser macht rund 3,5 Mio. Franken Jahresumsatz, Gimmel 11 Mio. Synergien werden im technischen Bereich und in der Beschaffung angestrebt. Die Nähe der beiden Produktionsstandorte erlaube «eine optimale Arbeitsweise». Froh zeigt sich Klaus Gallusser darüber, dass für die Sicherung der Zukunft seines Betriebes eine «Schweizer Lösung» habe gefunden werden können.

Klaus Gallusser (als Präsident des Verbandes Schweizerischer Gerbereien) und Max Gimmel (als Vizepräsident) haben sich nie als Konkurrenten gesehen; sie sind langjährige Gerberkollegen.

Schwieriges Umfeld

Das wirtschaftliche Umfeld ist für die Branche derzeit immer noch schwierig. Trotz tendenzieller Erholung: «Wir sind noch nicht auf dem Niveau von 2007. Der Aufschwung ist noch nicht nachhaltig genug», sagt Gimmel. Immerhin ziehe es wieder langsam an.