Genau hinschauen, professionell handeln

Wie geht man mit Angestellten um, die psychische Schwierigkeiten haben? Wo sind Chancen, wo Grenzen? Brüggli ging den Fragen an einer Tagung nach.

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ROMANSHORN. Damit ein Mensch in einer schwierigen Lebenslage seinen Arbeitsplatz behalten oder seine Arbeit nach einem Unterbruch wieder aufnehmen kann, ist von allen Beteiligten besondere Sorgfalt nötig. Es bedürfe dazu keiner neuen Führungsstile, sagte Christine Hersperger, Berufs- und Laufbahnberaterin aus Basel, an einer Tagung im Brüggli, an der 90 Partnerbetriebe teilnahmen. Vielmehr sei eine optimistische Grundhaltung gefragt, Chancen müssten erkannt und Möglichkeiten genutzt werden.

Führungskräfte müssten genau hinsehen, die Initiative ergreifen, fördern und fordern – eben ihre Leitungsfunktion wahrnehmen. Spezielle Aufmerksamkeit gelte der Balance zwischen Überforderung und Unterforderung. Dabei sei es ratsam, die Unterstützung eines neutralen externen Experten, eines Jobcoachs, zu beanspruchen.

Genau dies hatten die rund 90 anwesenden Führungskräfte aus diversen Ostschweizer Unternehmen getan: Sie arbeiten mit der Arbeitsassistenz von Brüggli zusammen und sind wichtige Partner, ohne die eine Integrationsarbeit nicht möglich wäre. Die engagierten Unternehmen bieten Hand zu Praktikumseinsätzen. Dadurch konnten die Lernenden von Brüggli allein im vergangenen Jahr insgesamt 1090 Arbeitswochen in der Wirtschaft draussen verbringen und dabei wertvolle Kontakte knüpfen – mit ein Grund dafür, dass im vergangenen Jahr 49 Personen erfolgreich eingegliedert werden konnten. (red.)