Gemeindevertreter für BTS/OLS

Die Delegierten der Regionalplanungsgruppe Oberthurgau empfehlen den Bürgern ein Ja zu BTS und OLS. Nach einer Podiumsdiskussion von Befürwortern und Gegnern entscheiden sie klar mit 18:3 Stimmen für neue Strassen.

Fritz Bichsel
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Pro und Contra: Andreas Niklaus und Hansueli Walser von den Ja-Komitees, Karin Kobler, Moderatorin, und Jost Rüegg vom Nein-Komitee. (Bild: Fritz Bichsel)

Pro und Contra: Andreas Niklaus und Hansueli Walser von den Ja-Komitees, Karin Kobler, Moderatorin, und Jost Rüegg vom Nein-Komitee. (Bild: Fritz Bichsel)

ARBON. Zu Beginn der ausserordentlichen Delegiertenversammlung in der Schiessanlage Tälisberg sagte Stephan Tobler als Präsident der Regionalplanungsgruppe (RPG), die Vorlage BTS und OLS sei für den Oberthurgau von grosser Bedeutung, ein prägendes Projekt und wegen der räumlichen Auswirkungen klar ein Thema für die RPG.

Braucht es neue Strassen?

Für neue Strassen votieren auf dem Podium Andreas Niklaus vom Ja-Komitee und Hansueli Walser vom bäuerlichen Ja-Komitee. Den ablehnenden Standpunkt vertreten Jost Rüegg und Silvia Schwyter vom Nein-Komitee. Alle äussern sich zu oft diskutierten Themen: Bedarf an Strassen, Landverbrauch, Sicherheit, Finanzierung, Realisierungschance. Moderatorin Karin Kobler lenkt das Gespräch auch auf andere Punkte, doch der Streit gilt schnell wieder diesen Fragen: Braucht der Thurgau zusätzliche Strassen und bekommt er diese nach einem Ja zu einem Netz mit BTS und OLS in absehbarer Zeit? Oder lassen sich die Probleme mit Verbesserungen am bestehenden Netz lösen und dies schneller als mit neuen Strassen, für die es noch keine Finanzierungsbeschlüsse gibt?

Gleich wie 2005 oder besser?

Die Gegner werten das Nein zu T14 und Südumfahrung Kreuzlingen vor sieben Jahren als grundsätzliches Nein der Thurgauer zu neuen Verbindungsstrassen. Hätte der Kanton seither Alternativen realisiert, wären schon etliche Orte von Durchgangsverkehr entlastet, sagt Silvia Schwyter. Stattdessen beharrten Regierung und Parlament auf neuen Strassen, welche die Landschaft zerstören würden und deren Finanzierung nicht so möglich wäre, wie in Aussicht gestellt, legt Jost Rüegg nach.

Die Befürworter widersprechen durchgehend. Der Thurgau brauche für den vervielfachten und weiter zunehmenden Verkehr leistungsfähige Regionalstrassen ausserhalb der Orte, sagt Andreas Niklaus. Es werde weit mehr Rücksicht genommen auf Natur und Landschaft als mit früheren Plänen. Und nur mit einem Projekt nach einem Ja zum Gesamtkonzept mit BTS und OLS habe der Thurgau die Chance, dass der Bund eine der Strassen finanziere. Zu allfälligen Problemen für Landwirte und zu Sicherheitsbedenken verweist Hansueli Walser auf die Umfahrung Arbon als Autobahnzubringer. Beides sei dort gut gelöst.

Gegen Verkehr durch Orte

Delegierte der RPG als Vertreter der Gemeinden verweisen in der Diskussion auf Probleme in Orten mit täglich bis zu 20 000 Fahrzeugen. Sie sehen in den von Umweltverbänden vorgeschlagenen Massnahmen am bestehenden Strassennetz keine Lösung. Die Abstimmung zeigt dann klare Unterstützung von BTS und OLS mit 18 Stimmen für die Ja-Parole, drei für Nein und einer Enthaltung.

Bild: FRITZ BICHSEL

Bild: FRITZ BICHSEL