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Gemeinderat will Schloss kaufen

EGNACH. Der Egnacher Gemeindeammann Stephan Tobler sähe die Luxburg gerne in öffentlicher Hand. Deshalb hat der Gemeinderat dem Schlossbesitzer ein Kaufangebot gemacht. Bis jetzt hat er aber noch keine Antwort bekommen.
Michèle Vaterlaus
Stephan Tobler blättert im Buch «Um die Luxburg». Ihm liegt das Schloss am Herzen. (Bild: Michèle Vaterlaus)

Stephan Tobler blättert im Buch «Um die Luxburg». Ihm liegt das Schloss am Herzen. (Bild: Michèle Vaterlaus)

Jedes Jahr bekommt der Gemeindeammann von Egnach eine Weihnachtskarte von Bruno Stefanini. Jedes Jahr mit Bildern von Albert Anker drauf oder von Ferdinand Hodler. Doch ansonsten hört Stephan Tobler nichts von dem Kunstsammler, Immobilien-Millionär und Besitzer der Luxburg. «Obwohl wir auch schon Kontakt hatten», sagt Tobler.

Vor einem Jahr hat der Gemeinderat dem Luxburg-Besitzer ein Angebot gemacht, um die Luxburg zu kaufen. «Mehrmals habe ich nachgehakt, aber keine Antwort bekommen», sagt Tobler. «Die erste Reaktion von Bruno Stefanini war nur: <Ich verkaufe nicht, ich kaufe nur.>» Wie viel die Gemeinde geboten hat, will der Gemeindeammann aber nicht verraten.

Spannende Geschichte

Es war bereits ein Thema bei den Vorgängern von Stephan Tobler, dass die Luxburg endlich in öffentliche Hand kommt. «Sie hat eine grosse historische Bedeutung für das Dorf», sagt der Gemeindeammann. Von ihr aus habe sich Egnach entwickelt. Auch die Geschichte rund um das Schloss sei spannend. «Es gab Projekte, daraus eine Nervenheilanstalt zu machen oder ein Atominstitut», sagt Tobler. Noch viel früher sei bei der Luxburg ein wichtiger Hafen gewesen. Trotz der Geschichte und der Bedeutung des Schlosses meint Tobler, dass dessen emotionaler Wert bei der Egnacher Bevölkerung erst wieder etwas geweckt werden müsse. «Obwohl es einige Egnacher gibt, die sich bei mir melden und sich gerne engagieren möchten, wenn denn die Luxburg endlich der Gemeinde gehört.» Deshalb ist er überzeugt: «Die Emotionen kommen schnell.»

Hochzeiten und Konzerte

Falls es jemals so weit kommt, dass die Gemeinde Egnach das Schloss kaufen kann, sei klar, dass das Schloss für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werde. «Wie genau, das wissen wir noch nicht», sagt Tobler. Dafür brauche es ein Nutzungskonzept. Aber er hat einige Ideen: Ausstellungen oder Anlässe wie Hochzeiten und Konzerte könnten in der Luxburg stattfinden. «Einen Teil könnte man auch vermieten als Büros oder sogar Wohnungen.» Nicht vergessen dürfe man, dass das Schloss sanierungsbedürftig sei, was bei einem Kauf durch die Gemeinde weitere Kosten verursachen würde. «Aber ich habe keine Ahnung, in welchem Zustand das Gebäude tatsächlich ist», sagt Tobler. Deshalb könne er nicht beziffern, wie viel die Sanierung kosten würde.

Nur einmal habe er das Schloss von aussen in der Parkanlage umrundet. «Das Gebäude ist überwältigend, wenn auch verwahrlost», sagt er. Durch die Fenster habe er in die Räume geschaut. Diese waren leer. Klar ist dem Gemeindeammann nur eines: Die Gemeinde alleine könnte eine Sanierung nicht bezahlen. «Es braucht Sponsoren und vielleicht lassen sich auch freiwillige Helfer motivieren», sagt er. Da das Gebäude beim Denkmalschutz als besonders schützenswert gilt, werden der Kanton und die Gemeinde sich jeweils mit 15 Prozent an den Sanierungskosten beteiligen müssen.

Das Angebot gilt noch

Im kürzlich vorgestellten Gemeindeporträt hat der Gemeinderat vermerkt, dass im Jahr 2020 die Sanierungsarbeiten an der Luxburg im Gange sein sollen. «Das ist unser Ziel. Doch Bruno Stefanini will das Schloss eigentlich selber restaurieren. Das hat er mir gesagt», sagt Tobler. Die Frage ist nur: Wann will er das tun? Tobler zuckt die Schultern. «Zurzeit hat er Arbeiten an einem anderen Schloss am Laufen.» So schnell werde wahrscheinlich nichts passieren. «Er ist ein viel beschäftigter Mann. Ich habe gehört, dass er seit 40 Jahren keine Ferien mehr genommen hat.» Dem Gemeindeammann habe er zudem einmal anvertraut: «Will ich alle Projekte, die ich plane, noch umsetzen, muss ich mindestens 120 Jahre alt werden.»

Es klingt in manchen Ohren nach einer Hinhaltestrategie. Doch böse kann der Egnacher Gemeindeammann dem Immobilienbesitzer deswegen nicht sein. «Ich tröste mich damit, dass er mir versichert hat, wenn er das Schloss verkaufe, dann nur an die Gemeinde Egnach», sagt Tobler und er fügt an: «Das Kaufangebot des Gemeinderates gilt auf alle Fälle noch.»

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