Gemeinderat will keine Tempo-30-Zonen

In einigen Lengwiler Quartieren könnte mit entsprechender Signalisation der Verkehr gebremst werden. Die Gemeindeversammlung stimmt morgen darüber ab, die Exekutive empfiehlt die Ablehnung. Das ärgert eine engagierte Gruppe Familienväter.

Nicole D'orazio
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LENGWIL. Eine Gruppe Familienväter setzt sich seit einem Jahr für mehr Verkehrssicherheit für Fussgänger in Lengwil ein. Sie wünschen sich Tempo-30-Zonen, flankierende Massnahmen sowie einen sicheren Schulweg für ihre Kinder (unsere Zeitung berichtete). Morgen Donnerstag befindet die Gemeindeversammlung über die Einführung von Tempo-30-Zonen. Der Gemeinderat empfiehlt diese zur Ablehnung.

In einer Detailstudie wurden die Häglerstrasse, der Kirchen- und Rebenacker, Bool und Boolwies sowie die bereits bestehende Zone in Illighausen genauer untersucht. Die Kirchstrasse in Oberhofen, die von den Vätern als besonders gefährlich eingestuft wird, werde vom Kanton als nicht bewilligungsfähig beurteilt, heisst es in der Abstimmungsbotschaft. Dies weil es sich um eine Verbindungsstrasse handelt und sie vom öV benutzt wird. Gemeindeammann David Tschudi wollte vor der Versammlung dazu keine weitere Auskunft geben.

Tafeln sind zu teuer

In den anderen Zonen wird die Geschwindigkeit von 85 Prozent der motorisierten Teilnehmer bereits eingehalten. Die Zonen weisen gemäss Kanton einen «weichen Massnahmen-Bedarf» auf, heisst es in der Botschaft weiter. Das bedeutet, dass nur eine entsprechende Signalisation angebracht werden müsste. Diese würde rund 25 000 Franken kosten. Das erachtet der Gemeinderat als unverhältnismässig und hat den Betrag nicht ins Budget genommen. Er empfiehlt den Stimmbürgern, den Antrag abzulehnen. Bezüglich der Kirchstrasse wurde ein Betrag im Budget vorgesehen, um zusammen mit einem Ingenieur andere Massnahmen zur Erhöhung der Sicherheit zu eruieren.

Die Familienväter sind dementsprechend ernüchtert. «Die Enttäuschung war bei uns schon nach dem Resultat der Detailstudie gross», sagt Toni La Scalia, stellvertretend für die Gruppe. «Unserer Meinung nach wurden die falschen Strassen angeschaut. Dass die Kirchstrasse nicht bewilligungsfähig sein soll, kann ich nicht glauben.» Diese sei doch der Hauptgrund für das Engagement, weil sie für Fussgänger gefährlich sei. Dass nun in den anderen Strassen keine Tempo-30-Tafeln aufgestellt werden, findet er sehr schade. «Diese wären doch schon etwas.»

Pfad nur bedingt genutzt

In Absprache mit der Gemeinde durfte die Gruppe einen Trampelpfad zwischen der Kirch- und der Häglerstrasse für die Kinder und Fussgänger einrichten. Der Schulweg entlang der Hauptstrasse sei zu gefährlich, sagen die Väter. Die Bilanz des Pfades fällt mittelmässig aus. «Er wurde bedingt benutzt. Wenn es dunkel oder nass ist, gehen die Kinder nicht gerne über die Wiese», sagt La Scalia. Denn der Wunsch nach Holzschnitzeln wurde von der Gemeinde nicht erfüllt. Am Anfang sei die Wiese einmal im Auftrag der Gemeinde gemäht worden, anschliessend hätten sie das selber organisieren müssen. «Das ist alles sehr schade. Der Schulweg bleibt nach wie vor gefährlich.»

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