GEMEINDERAT: «En Italiano» ist der Chef

Mit einem Glanzresultat von 33 Stimmen hat der Gemeinderat Kreuzlingen Dino Lioi zu seinem neuen Präsidenten gewählt. Der 70jährige SP-Mann gehört der Exekutive seit 16 Jahren an.

Nicole D'orazio
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Ruedi Herzog von der SP gratuliert seinem Parteikollegen Dino Lioi zu seiner Wahl. (Bild: Reto Martin)

Ruedi Herzog von der SP gratuliert seinem Parteikollegen Dino Lioi zu seiner Wahl. (Bild: Reto Martin)

KREUZLINGEN. Dino Lioi ist gerührt. Mit 33 Stimmen von 37 anwesenden Gemeinderäten ist er gestern zum neuen Präsidenten der Kreuzlinger Exekutive gewählt worden. Seine Fraktion, die SP, hielt einige Überraschungen für ihn bereit: Der 70-Jährige erhält eine Schärpe, wie sie italienische Ortsvorsteher tragen. Nur ist sie nicht in den Farben der Tricolore, sondern ganz in Rot gehalten – mit einer kleinen italienischen Flagge drauf.

Er kämpft für seine Meinung

«Du bist schon in so vielen Funktionen nach dem Motto <Frag nicht, was der Staat für dich tun kann, sondern frag, was du für den Staat tun kannst> tätig gewesen. Du hast dich nicht nur in der Gewerkschaft, sondern auch als Sportler für die anderen eingesetzt», sagt Fraktionskollege Ruedi Herzog zu Lioi. Er würde seit 16 Jahren viele Wähler mit grossem Engagement im Gemeinderat vertreten, kämpfe für seine Meinung und setze sich für das Gemeinwohl ein. «Heute bist du auf dem Höhepunkt deiner Karriere. Für einmal stehst du im Zentrum.»

Die SP-Gemeinderäte gratulieren ihm und lassen dabei das Lied «Ich bin en Italiano» laufen. Zudem spielen sie ihm Videobotschaften von seinen Familienmitgliedern in Süditalien vor.

Eigenes Wahlplakat

Christian Forster (Rägeboge/EVP) lässt seine gewohnte Einlage für den jeweils neuen Präsidenten nicht aus. Er steckt Lioi in Arbeitskleider und drückt ihm einen Eimer mit Pinsel in die Hand. «Weil du immer fleissig Plakate aufhängst», begründet Forster. Dann schenkt er Lioi ein grosses Wahlplakat mit dessen Porträt sowie der Aufschrift «Forza für Chrüzlinge». Lioi ist etwas sprachlos. «Die Wahl ehrt mich. Ich schätze das Klima im Gemeinderat. Wir werden die Themen diskutieren, um die beste Lösung zu finden», verspricht er.