Gemeinderat bewilligt Partyzelt

SULGEN. Die Sulger Behörde sieht trotz Protestschreiben und Einsprachen davon ab, das Festzelt von «bar@ohre» zu verbieten. Die Party im April und Mai vermiesen könnten jedoch Rekurse der Einsprecher.

Urs Bänziger
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Hans Ziegler: «Sämtliche Auflagen werden erfüllt.» (Bild: Hanspeter Schiess)

Hans Ziegler: «Sämtliche Auflagen werden erfüllt.» (Bild: Hanspeter Schiess)

Der Gemeinderat habe das Baugesuch wie jedes andere behandelt, sagt der Sulger Gemeindeammann Hans Ziegler. Ein Gesuchsteller habe das Recht darauf, dass man ihm die Bewilligung erteile, sofern er alle Auflagen und Bedingungen erfülle. Der Gemeindeammann spricht damit das Protestschreiben und die Einsprachen an, die gegen das Partyzelt der «bar@ohre»-Veranstalter eingegangen sind. Das Schreiben wurde von rund 80 Sulger Bewohnern unterzeichnet.

Diese wollen nicht, dass ihre Wohngemeinde zur Party-Hochburg wird und haben bei der Behörde Bedenken wegen der Lärmimmissionen angemeldet (das Tagblatt berichtete).

Keine pauschalen Freinächte

«Der Gemeinderat versteht die Befürchtungen», sagt Ziegler. Deshalb sei das aufwendige Baugesuchsverfahren verlangt und seien den Veranstaltern strenge Auflagen gemacht worden.

Etwa, dass sie jederzeit Ruhe, Ordnung und Sicherheit im Zelt und dem umliegenden Areal gewährleisten müssen. Zudem seien Erkundigungen bei der seit längerer Zeit mit dem gleichen Festbetrieb belegten Gemeinde Felben-Wellhausen eingeholt worden. «Da sämtliche Auflagen erfüllt werden und auch alle Referenzen einen geordneten und professionell betreuten Betriebsablauf bezeugen, hat sich der Gemeinderat entschieden, die Bewilligung für das Partyzelt zu erteilen», sagt der Gemeindeammann. «Eine Verweigerung wäre aufgrund der Fakten nicht zu begründen gewesen.»

Wegen der Einsprachen sei der Zeitraum der Bewilligung verkürzt worden. «Die Öffnungszeiten des Festzeltes werden auf maximal neun Nächte beschränkt, und zwar vom 23. April bis 15. Mai.» Handlungsspielraum habe sich die Gemeindebehörde mit der Freinachtbewilligung ausbedungen. «Bewusst wurde keine generelle Freinachtbewilligung erteilt, sondern der Veranstalter muss sie wöchentlich beantragen.

Gehen Reklamationen wegen Lärm, Unordnung oder anderen Verstössen ein, behält sich der Gemeinderat vor, keine Verlängerungen oder Freinächte mehr zu bewilligen.»

Hans Ziegler muss damit rechnen, dass er aus dem Bett geholt wird. Eduard Kavan, einer der Unterzeichner des Protestschreibens, wird nicht davor zurückschrecken, den Gemeindeammann mitten in der Nacht anzurufen und die Polizei zu alarmieren, wenn ihm die Party zu laut ist. Er ist enttäuscht vom Gemeinderat.

«Ganz offensichtlich schert sich die Sulger Behörde nicht um die Meinung der Bürger.» Kavan will jedoch die Sache nicht weiterziehen und verzichtet auf einen Rekurs. «Es lohnt sich nicht zu streiten. Ich werde die Partynächte überleben.»

Zuerst Konzept anhören

Hansjürg Altwegg dagegen lässt offen, ob er gegen die Abweisung seiner Einsprache Rekurs einlegen wird.

Der Landwirt wohnt neben dem Partygelände und ist besorgt über die Unordnung, welche auf seinem bewirtschafteten Land entstehen könnte. «Nächste Woche werden die Veranstalter ihr Sicherheits- und Ordnungskonzept mir persönlich vorstellen. Danach werde ich entscheiden.»

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