Gemeinden stimmen sich ab

Die betroffenen Gemeinden setzen sich momentan mit der geplanten Oberlandstrasse auseinander. Mit einer Checkliste können sie Verbesserungsvorschläge bringen.

Kurt Peter
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Kreuzlingen möchte einen Wildübergang bei Wildsauenhütte. (Bild: kp)

Kreuzlingen möchte einen Wildübergang bei Wildsauenhütte. (Bild: kp)

Kreuzlingen. Das kantonale Tiefbauamt hat den von der im Richtplan vorgesehenen Oberlandstrasse betroffenen Gemeinden eine Checkliste zugesandt, auf der sie ihre Anliegen in allen Bereichen geltend machen konnten. «Dies ist für das Tiefbauamt eine Vorbereitung auf die folgenden Gespräche mit den Gemeinden», so Kantonsingenieur Andy Heller. Er sieht die Rückmeldungen als Bestandesaufnahme der offenen Fragen. Und davon gibt es noch viele.

Das weiss auch das Tiefbauamt und gibt sich daher Zeit: «Den Entscheid über die Linienführung der Oberlandstrasse wollen wir im Sommer 2011 auf dem Papier haben», erklärt Heller. Ende 2011 soll dann der Grosse Rat einen Netzbeschluss fassen. Da ein Referendum zu erwarten sei, werde wohl das Volk das abschliessende Wort haben.

Maximaler Ausbaustandard

Als Antwort auf die Checkliste wolle der Stadtrat an der Südspange eine Grünbrücke im Bereich der Wildsauenhütte, so Stadtrat Michael Dörflinger. Kreuzlingen bestehe nicht auf einem maximalen Ausbaustandard der rund ein Kilometer langen Strasse, eine Tieferlegung sei aber wünschenswert. Dabei spielten jedoch die Kosten eine Rolle.

Da es sich bei der Südspange um eine Kantonsstrasse handle, müsse die Stadt einen Beitrag leisten, dessen Höhe nicht festgelegt worden sei, gibt Andy Heller zur Auskunft.

Der Stadtrat sei der Ansicht, dass der Verkehr von und nach Lengwil nicht auf den Ziil-Kreisel geführt werden dürfe. Dieser sei bereits jetzt schon hoch belastet, zudem zerschneide eine neue Strasse nach Süden wichtiges Kreuzlinger Bauerwartungsland. Kreuzlingen wünsche den Ostanschluss auf dem Bottighofer Bärenkreisel.

Damit liegt Kreuzlingen im Clinch mit der Nachbargemeinde, die einer solchen Lösung nicht zustimmen will, wie der Bottighofer Gemeindeammann Urs Siegfried deutlich macht. Bottighofen wolle den Verkehr aus dem Süden, wie der Kanton, auf dem Ziil-Kreisel und die mit hohem Gefahrenpotenzial ausgestattete Lengwilerstrasse ab der Alten St. Galler Strasse zum Velo- und Fussweg zurückbauen, erklärt Siegfried.

Auch die Gemeinde Kemmental hat in Sachen Südspange offene Fragen: «Durch diese Strasse dürfen wir uns keine Nachteile einhandeln», so Gemeindeammann Walter Marty. Daher müsse die Fortführung ab Bätershausen und die Umfahrung Siegershausen klar geregelt sein.

Zwei Varianten prüfen

Während Lengwil grundsätzlich mit der Linienführung der Oberlandstrasse einverstanden ist, aber Bedenken in Bezug auf die Landschaft anmeldet, haben Altnau und Langrickenbach noch Gesprächsbedarf.

Die beiden vorliegenden Varianten müssten geprüft und detailliert vorgelegt werden, so der Altnauer Gemeindeammann Beat Pretali.

Während die Seegemeinde eine südliche Variante bevorzugt, spricht sich sein Langrickenbacher Amtskollege Markus Hausammann gegen eine solche Lösung aus. Diese Linienführung zerschneide Bewirtschaftungsstrukturen und trenne Weiler vom Dorf.