Gemeinde will die Post nicht mehr

Nach fünf Jahren ist Schluss: Die Langrickenbacher Verwaltung gibt die Agentur per Ende Jahr auf. Die Postgeschäfte haben das Personal zu sehr beansprucht.

Martina Eggenberger Lenz
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Noch befindet sich die Postagentur im Gemeindehaus. (Bild: Nana do Carmo)

Noch befindet sich die Postagentur im Gemeindehaus. (Bild: Nana do Carmo)

LANGRICKENBACH. An manchen Tagen läuft wenig. An anderen geben sich die Postkunden aber die Klinke in die Hand. Und dann sind die Angestellten der Gemeindeverwaltung stark gefordert. Sie sind zu oft am Schalter beschäftigt und können sich in dieser Zeit nicht mehr um die Geschäfte der Gemeinde kümmern – mit der Folge, dass Überstunden angehäuft werden. Das hat den Langrickenbacher Gemeinderat dazu bewogen, die Postagentur per 31. Dezember aufzuheben. Ausserdem sei in verschiedenen Bereichen ein rückläufiger Trend feststellbar, wodurch die Kosten für die Gemeinde steigen würden.

Gemeindearbeit bleibt liegen

Die Postagentur wurde vor fünf Jahren auf der Gemeindeverwaltung installiert, nachdem die Poststelle im Haus nebenan geschlossen worden war. Man habe den Bürgern damals weiterhin den Zugang zu den Postdienstleistungen anbieten wollen, schreibt der Gemeinderat. Mit den Jahren hat sich nun gezeigt: in der Praxis war alles nicht so einfach. Es seien Schwierigkeiten in den Verwaltungsabläufen entstanden. Die Post habe möglichst lange Öffnungszeiten gewollt, sagt Gemeindepräsidentin Fabienne Schnyder. Die derzeitige personelle Konstellation lasse dies jedoch nicht zu. Es könne nicht sein, dass Personal mit hohen Löhnen, etwa der Gemeindeschreiber, permanent für die Bedienung des Postschalters zur Verfügung stehen müsse. Insgesamt wende die Verwaltung rund 25 Stellenprozente für die Postgeschäfte auf. «Fast zwei Drittel der Kundenbesuche haben mit Postgeschäften zu tun», erklärt die Gemeindepräsidentin. Wenn nun ab dem neuen Jahr das Postgeschäft wegfällt, dann werden im Gegenzug Kapazitäten frei. Und dadurch können wiederum die Öffnungszeiten ausgedehnt. Neu wird der Schalter jeden Morgen von 8 bis 11.30 Uhr geöffnet sein. Zudem hat die Verwaltung bald jeden Nachmittag geöffnet. Um Berufstätigen den Gang auf die Verwaltung zu ermöglichen, werden die Öffnungszeiten am Donnerstag sogar bis 18 Uhr verlängert.

Keine Kündigungen

Ein Stellenabbau im Zusammenhang mit der Post ist im Gemeindehaus kein Thema. Eine Mitarbeiterin habe ihr Pensum bereits um 20 Prozent reduziert. Das sei nicht ersetzt worden, sagt Fabienne Schnyder.