Gemeinde will Betagten Platz machen

ERLEN. Geht es nach dem Gemeindepräsidenten, so könnte die Gemeindeverwaltung Erlen bald ihren Platz im Dorfzentrum räumen und – einer Altersüberbauung Platz machen. Erste Gedankenspiele wurden am Donnerstag an der Gemeindeversammlung vorgestellt.

Christof Lampart
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Gemeindepräsident Roman Brülisauer beobachtet die Entwicklung im Sozialbereich mit Sorge. (Bild: Christof Lampart)

Gemeindepräsident Roman Brülisauer beobachtet die Entwicklung im Sozialbereich mit Sorge. (Bild: Christof Lampart)

Nachdem jahrelang mangels verfügbaren Landes in Zentrumlage von Erlen nichts in Sachen Alterswohnungen/Pflegebauten ging, wartet nun die Gemeindebehörde mit einer verblüffenden Idee auf: Die kommunale Dienstleistungsstelle könnte, wie eben auch die Post, aus ihrem bisherigen Domizil an der Aachstrasse 11 ausziehen und einem entsprechenden Altersbau Platz machen.

«Das Land gehört der Gemeinde und zentrumsnah wäre es auch», informierte Erlens Gemeindepräsident Roman Brülisauer an der Budgetgemeindeversammlung von Donnerstagabend vor 120 Stimmberechtigten im Mehrzwecksaal der Schulanlage Erlen.

Noch ganz am Start

Roman Brülisauer findet «die Idee cool». Allerdings räumte er ein, dass man sich bei der Planung bewusst noch ganz am Start befinde. Denn bevor die Behörde einen fünfstelligen Betrag in Projektplanungen investiere, wolle man erst einmal ausloten, ob die Bevölkerung sich überhaupt grundsätzlich mit der Idee anfreunden könne. Deshalb liess Brülisauer auch komplett offen, was genau wie an diesem Ort entstehen könnte.

Die Visualisierung, welche ab sofort auf der Webseite der Gemeinde zu sehen ist, sei nicht mehr als eben eine solche, welche der Meinungsfindung in der Gemeinde dienen solle. Dass die Verwaltung dann nicht mehr am gleichen Ort wäre, ist für Brülisauer kein Beinbruch. «Wir würden auch ein wenig ausserhalb des Zentrums einen geeigneten Ort finden», sagt der Gemeindepräsident.

«Kranke» Gesundheitskosten

Wesentlich mehr zu schaffen macht der Gemeinde gegenwärtig das Budget 2016, geht dieses doch bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 55 Prozent von einem Aufwandüberschuss von 535 000 Franken aus. Besorgniserregend sei, so Brülisauer, dass im Vergleich zum Budget 2015 die Steigerung bei den nicht beeinflussbaren Kosten mit 224 000 drastisch ausfiel. Hier falle die ganze Pflege (Langzeitpflege im Pflegeheim, Spitex, Prämienverbilligung. Verlustscheinforderung Krankenkasse etc.), aber auch der Defizitanteil am Regionalen Personenverkehr ins Gewicht.

Eigenkapital ist hoch genug

Trotz des budgetierten Minus – dem der Souverän zustimmte – ist die Kasse noch gut gefüllt, wäre doch beim punktgenauen Eintreffen des Budgets 2016 immer noch ein Eigenkapital von 2,4 Mio. Franken vorhanden. Der Gemeindefinanzplan sieht vor, dass bis 2019 das Eigenkapital bei fortgesetzten roten Zahlen und einem unveränderten Steuerfuss von 55 Prozent auf 1,7 Mio. Franken gesenkt werden soll.

Unumstritten und diskussionslos stimmte der Souverän den Budgets 2016 für die Gemeindewerke zu. Bei der Elektrizität resultiert ein Minus von 379 000 Franken, beim Wasser ein solches von 49 000 Franken.

Grund zur Freude hatten Artina Abdurahimi und Mirjeta Hyseni. Den beiden jungen Frauen wurde das Gemeindebürgerrecht von Erlen erteilt.