Gemeinde ins Boot geholt

Der Mahlzeitendienst hatte zunehmend Probleme, Leitungspersonen zu finden. Jetzt wurde die Trägerschaft erweitert.

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«Für die beiden Trägervereine wurde es in den letzten Jahren immer schwieriger, Frauen für die Leitung des Mahlzeitendienstes zu finden», schreiben die katholische Frauengemeinschaft und der gemeinnützige Frauenverein Romanshorn in einer Mitteilung. Die Gründe dafür seien vielfältig. Immer mehr Frauen gingen einer bezahlten Tätigkeit nach und seien zeitlich nicht mehr sieben Tage pro Woche verfügbar.

Die Spitalaufenthalte würden immer kürzer, und die Patienten würden kurzfristiger nach Hause geschickt, obwohl dort kein soziales Netz vorhanden sei. Weiter schreiben die beiden Vereine: «Viele Mitglieder der Frauenvereine sind ältere Damen, die bereits verschiedene Ämter in der Freiwilligenarbeit inne hatten.»

Dank an Käthi Zürcher

Diese Tatsachen haben die Vorstände der beiden Frauenvereine dazu bewogen, die Trägerschaft zu erweitern und die Gemeinde Romanshorn mit ins Boot zu holen.

Die Gemeinde unterstützt zudem die Administration des Mahlzeitendienstes mit einer jährlichen Pauschale und leistet einen Beitrag an die Entschädigung der Fahrerinnen und Fahrer. Die Vereine bedanken sich bei Gemeinderätin Käthi Zürcher, die sich mit grossem Engagement für eine gesicherte Zukunft des Mahlzeitendienstes eingesetzt habe.

SP-Frauengruppe stieg aus

Vor 34 Jahren riefen der Gemeinnützige Frauenverein, die katholische Frauengemeinschaft sowie die SP-Frauengruppe den Mahlzeitendienst ins Leben. Die drei Trägervereine gründeten eine Gesellschaft mit dem Zweck, den Mahlzeitendienst für Betagte in Romanshorn auszuführen. Die Kommissionsleitung wechselte im Turnus unter den Trägervereinen. Alle Leistungen wie Koordination, Organisation und Abrechnung wurden unentgeltlich erbracht. Die SP-Frauengruppe entschied 2004, aus dem Vertrag auszuscheiden.

Viele unfallfreie Kilometer

Rund 30 Prozent der Romanshorner Bevölkerung sind über 65 Jahre alt. Pro Senectute prognostiziert, dass sich diese Zahl bis 2050 verdoppelt und mit einem markanten Anstieg der Hochaltrigen (80+) zu rechnen ist. Bereits heute verteilen 40 freiwillige Fahrer rund 9000 Mahlzeiten an sieben Wochentagen rund ums Jahr. Dabei wurden 9214 Kilometer unfallfrei gefahren, was in etwa der Strecke von Romanshorn nach Bangkok entspricht. (red.)

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