Gemeinde greift härter durch

WEINFELDEN. Die Weinfelder Behörde hat entschieden, die Bewilligung von Grossanlässen mit einer weiteren Auflage zu ergänzen. Veranstalter müssen sich zu den Jugendschutzbestimmungen verpflichten und Massnahmen umsetzen.

Urs Bänziger
Drucken
Teilen
Jugendliche trinken heute früher und exzessiver Alkohol. Die Gemeinde Weinfelden verschärft deshalb die Jugendschutzmassnahmen. (Archivbild: sb)

Jugendliche trinken heute früher und exzessiver Alkohol. Die Gemeinde Weinfelden verschärft deshalb die Jugendschutzmassnahmen. (Archivbild: sb)

Die Weinfelder Behörde erteilt Bewilligungen für Grossanlässe in Zukunft nur noch, wenn sich der Veranstalter verpflichtet, die Jugendschutzbestimmungen einzuhalten. Zudem müssen die Veranstalter mindestens eine von drei Jugendschutzmassnahmen umsetzen, welche die Gemeinde in Zusammenarbeit mit der Perspektive Thurgau, der Fachstelle für Gesundheitsförderung, Prävention und Beratung, zur Auswahl stellt.

Weinfelden leistet Pionierarbeit

Die Veranstalter müssen während der Anlässe entweder flächendeckend die Alterskontrollbändel abgeben, die Barbetreiber, welche Alkohol ausschenken, in eine obligatorische Schulung schicken, oder aber «Smartconnection», das Alkoholpräventionsprojekt für Junge, umsetzen. Zudem verlangt die Gemeinde Weinfelden die Einhaltung des sogenannten Sirupartikels. Dieser schreibt vor, dass mindestens drei alkoholfreie Getränke billiger angeboten werden müssen als das günstigste alkoholhaltige Getränk in gleicher Menge.

Weinfelden leiste mit diesen Jugendschutz-Vorgaben Pionierarbeit, sagt Barbara Dudli von Perspektive Thurgau. Sie hoffe, dass sich weitere Gemeinden für diese Massnahmen zum Schutz der Jugendlichen vor exzessivem Alkoholkonsum begeistern können. Das Trinkverhalten von Jugendlichen habe sich in den letzten Jahren stark verändert. «Die Jugendlichen trinken heute früher, öfter und vor allem exzessiver Alkohol», sagt Dudli.

Auslöser für Zusatzklausel

Besonders problematisch dabei sei, dass der Alkoholkonsum bei Jungen die körperliche Entwicklung und die des Hirns beeinträchtige. Zudem bestehe eine erhöhte Gefahr für die Gewöhnung von Alkohol, welche die psychische und soziale Entwicklung behindern könne.

Das veränderte Trinkverhalten habe die Weinfelder Behörde dazu bewogen, den Jugendschutz an Grossveranstaltungen zu verstärken, sagt Heidi Güttinger, Ressortleiterin Gesellschaft und Gesundheit im Gemeinderat. «Es ist Aufgabe der Eltern und der Gemeinde, alles zu unternehmen, um die Jugendlichen vor dem Alkoholmissbrauch zu schützen.»

Mit den Jugendschutzmassnahmen würden Veranstalter wie auch die Jugendlichen sensibilisiert, dass übermässiger Alkoholkonsum ein Problem sei. «Veranstalter dürfen nicht nur ihre Umsätze sehen, sondern müssen sich auch mit allfälligen Alkoholexzessen an ihren Anlässen und deren kurz- und langfristigen Kosten auseinandersetzen», so Güttinger.

Keine Alibiübung

Die Gemeinderätin hofft, dass Veranstalter ihre Verantwortung gegenüber den Jugendlichen wahrnehmen und sich aktiv um einen effizienten Jugendschutz bemühen. Für die Weinfelder Behörde ist die Zusatzklausel in den Präventionsmassnahmen keine Alibiübung. Veranstaltern, die sich nicht daran halten, würden keine Bewilligungen mehr erteilt, sagt Güttinger. Für die Kontrolle der Bestimmungen arbeitet die Gemeinde eng mit Perspektive Thurgau zusammen.

Gemeinderätin Heidi Güttinger. (Bild: pd)

Gemeinderätin Heidi Güttinger. (Bild: pd)

Aktuelle Nachrichten