Geldsegen für die Evangelischen

WEINFELDEN. Der Verkauf des Dora-Gubler-Hauses in Weinfelden bringt der Kirchgemeinde einen Erlös von fast 900 000 Franken. Die Vorsteherschaft will, dass das Geld eine nachhaltige Verwendung findet, zum Beispiel für ein Kirchenzentrum.

Esther Simon
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Das Dora-Gubler-Haus an der Marktstrasse 30 in Weinfelden. (Archivbild: Nana do Carmo)

Das Dora-Gubler-Haus an der Marktstrasse 30 in Weinfelden. (Archivbild: Nana do Carmo)

Vorgezogenes Weihnachtsgeschenk für die Weinfelder Reformierten: 870 000 Franken netto resultierten aus dem Verkauf des Dora-Gubler-Hauses an der Marktstrasse 30 in Weinfelden im letzten Herbst. Der Verkaufserlös sei höher als erwartet, sagt Helmut Wiegisser, Präsident der Kirchenvorsteherschaft von Evangelisch-Weinfelden.

Die Behörde weiss bereits, wie sie das Geld «verteilen» will. Für Helmut Wiegisser sowie für den Kirchenpfleger Walter Aeschbacher ist klar: «Das Geld soll vollumfänglich und nachhaltig der Kirchgemeinde zugute kommen.» Den Vorschlag beziehungsweise Antrag unterbreitet die Behörde der Budgetversammlung am 16. Januar im Kirchgemeindehaus.

Kosten noch nicht absehbar

Nachhaltig heisst gemäss Aeschbacher, dass das Geld für Bauten zurückgelegt werden soll, die in Planung sind. Konkret also in ein Kirchenzentrum beziehungsweise einen Pavillon, der vielleicht im Garten beim Kirchgemeindehaus gebaut wird. Gemäss Helmut Wiegisser fehlt der Kirchgemeinde nachweisbar ein multifunktionaler Raum.

Die Kosten für dieses Projekt seien allerdings noch nicht absehbar, sagt der Kirchenpräsident. Um eine allfällige Fremdfinanzierung möglichst gering zu halten, will die Kirchenvorsteherschaft 250 000 Franken aus dem Verkaufserlös des Dora-Gubler-Hauses an die Neugestaltung eines allfälligen Kirchenzentrums zurückstellen. «Mit diesem Betrag soll ein wesentlicher Teil der Finanzierung sichergestellt werden», sagt Walter Aeschbacher.

Subventionierte Wohnungen

Weitere 350 000 Franken will die Kirchenvorsteherschaft für eine sogenannte Unterdeckung einbringen. Auf diesen Betrag belaufen sich schätzungsweise die Gelder, die den Kirchbürgerinnen und Kirchbürgern verloren gingen, weil die Wohnungen im Dora-Gubler-Haus während Jahrzehnten verbilligt vermietet worden waren. «Dieses Geld ist den Kirchbürgerinnen und Kirchbürgern in all den Jahren entgangen, es gehört deshalb ihnen», betont Aeschbacher (siehe Kasten). Auch dieser Betrag soll für die Finanzierung eines allfälligen Kirchenzentrums verwendet werden.

150 000 Franken will die Kirchenvorsteherschaft für Vergabungen und Beiträge zur Seite legen; der Betrag soll dem Diakoniefonds zugeführt werden.

Eigenkapital soll erhöht werden

Als Rückstellung für verdeckte Mängel will die Behörde weitere 20 000 Franken verwenden. Und 100 000 Franken sind für die Erhöhung des Eigenkapitals vorgesehen, das sich dann auf 630 000 Franken belaufen würde. Damit sollen künftige, niedrigere Steuereinnahmen aufgefangen werden, ohne gleich den Steuersatz erhöhen zu müssen. Walter Aeschbacher geht davon aus, dass es an der Budgetversammlung Diskussionen über die vorgeschlagene Verwendung des Geldes gibt. Es gebe Leute im Dorf, sagt der Kirchenpfleger, «die am liebsten alles dem Diakoniefonds zuschreiben würden». Das Dora-Gubler-Haus stammte ursprünglich aus einem Legat. Im Juli 2011 verkaufte die Kirchgemeinde die Liegenschaft an die Stiftung Phoenix-Wohngemeinschaften, die seit Herbst im Haus aktiv ist.